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Afghanistan: US-Regierung fordert Bundeswehr zu Kampfeinsätzen auf

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US-Regierung fordert Deutsche zu Kampfeinsätzen auf

31.01.2008, 20:35 Uhr

Bundeswehrsoldat in Kabul: USA will deutsche Kampftruppen für den Süden (Quelle: dpa) Bundeswehrsoldat in Kabul: USA will deutsche Kampftruppen für den Süden (Quelle: dpa)Die US-Regierung hat nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Deutschland aufgefordert, sich an Kampfeinsätzen im besonders gefährlichen Süden Afghanistans zu beteiligen. Washingtons Verteidigungsminister Robert Gates habe von seinem Berliner Kollegen Franz Josef Jung (CDU) eine deutsche Beteiligung an einem um 3200 Soldaten verstärkten NATO-Kontingent verlangt.

Tausend Soldaten mehr gefordert

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Donnerstagabend in Berlin den Eingang des Schreibens. Es sei in ähnlicher Form auch an die anderen NATO-Staaten gegangen. In Washington forderte Außenamtssprecher Sean McCormack die Verbündeten dazu auf, zunächst tausend zusätzliche Soldaten für Südafghanistan zur Verfügung zu stellen. "Diese Anfrage richtet sich an alle NATO-Partner", betonte er.

NATO fordert Bundeswehr "Deutsche müssen sich auf Tote einstellen"
Afghanistan-Einsatz Bundeswehr plant erstmals Kampftruppe
HintergrundDie gefährlichsten Regionen Afghanistans

Neues Mandat gefordert

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bittet Gates seinen deutschen Kollegen, ein neues Mandat in Erwägung zu ziehen, das es ermöglicht, zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Er verlange zudem die Bereitstellung von Hubschrauber-Einheiten und Kampftruppen, wie etwa Fallschirmjäger. Die Zeitung charakterisierte das Schreiben als "ungewöhnlich scharf".

Bisher 3200 Deutsche im Norden

Das vom Bundestag erteilte Afghanistan-Mandat begrenzt den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr derzeit auf 3500 Soldaten und den Norden des Landes. Gegenwärtig sind dort schon 3200 Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

HintergrundBundeswehreinsatz in Afghanistan
Animierte GrafikBundeswehreinsätze im Ausland

Bütikofer: "Nicht durch die Hintertür"

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte unterdessen den Bundestag auf zu prüfen, ob die von der NATO gewünschte Entsendung einer deutschen Kampftruppe nach Nordafghanistan durch das ISAF-Mandat gedeckt ist. Die Regierung dürfe das vom Bundestag beschlossene ISAF-Mandat nicht "durch die Hintertür" verändern, sagte er der "Neuen Ruhr/Rhein Zeitung". "Ich verlasse mich nicht darauf, was der Verteidigungsminister versichert. Ich habe zu viel Unbedachtes von Herrn Jung gehört", sagte er.

Bundeswehr beklagt Mängel

Der Deutschen Bundeswehrverband beklagt derweil massive Mängel beim Aufbau der Polizei in Afghanistan, für den Deutschland die Zuständigkeit übernommen hat. "Deutschland und die europäischen Partner müssen viel mehr in den Polizeiaufbau in Afghanistan investieren", sagte der Verbandsvorsitzende Bernhard Gertz der Zeitung "Neue Presse". Auch die 195 Polizeiausbilder, die bis Ende März in Kabul eintreffen sollten, seien nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein."


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Quelle: AFP , dpa

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