03.12.2011, 18:20 Uhr
Kurz vor dem Beginn der internationalen Afghanistan-Konferenz setzt Pakistan weiter auf Boykott: Das für den Frieden in der Region entscheidende Land nimmt weder an dem Treffen am Montag in Bonn teil, noch steht es derzeit als Vermittler in den Verhandlungen mit den Taliban zur Verfügung.
Zudem will das islamische Land nach dem NATO-Luftangriff seine Beziehungen zu den USA überprüfen. Am 25. November war ein pakistanischer Grenzposten von US-Hubschraubern aus beschossen worden. Dabei wurden mindestens 24 pakistanische Soldaten getötet.
Durch den Angriff seien "rote Linien" überschritten worden, daher müsse das Verhältnis mit Blick auf die nationalen Interessen "neu beurteilt" werden, sagte Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar der "Süddeutschen Zeitung".
"Wenn wir uns selbst unsere Souveränität nicht mehr gewährleisten können, wie sollen wir sie dann einem anderen Land gewährleisten?", fragte Khar in dem Interview mit Bezug auf die bevorstehende Konferenz. Pakistan habe "gerade nicht die Kapazität, eine positive Rolle zu spielen".
In Bonn forderten die Protestler einen sofortigen Waffenstillstand und den Abzug der Truppen aus dem Land. zum Video
Die Unterstützung der US-Regierung für Islamabad von jährlich rund 300 Millionen Dollar nannte Khar "verzichtbar". Pakistan müsse sich aus der Abhängigkeit von Washington lösen.
Derweil teilte das US-Verteidigungsministerium mit, Pakistan wolle sich nicht an der Untersuchung des NATO-Luftangriffs beteiligen. Islamabad warf den NATO-Truppen vor, die Grenzposten grundlos angegriffen zu haben.
Die US-Regierung sprach Pakistan zwar ihr "tiefes Beileid" aus, lehnte aber ein explizites Schuldeingeständnis bislang ab.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai warf Pakistan fehlende Unterstützung bei den Verhandlungen mit den Taliban vor. "Bisher haben sie leider jede Hilfe beim Zustandekommen von Verhandlungen mit der Taliban-Führung verweigert", sagte Karsai dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Bestimmte Kreise in Pakistan wollten sich durch die Taliban Einfluss in Afghanistan sichern. "Solange sich das nicht ändert, wird es wohl keine Gespräch geben", sagte Karsai.
Denn der politische Widerstand Pakistans könnte ganz andere Gründe haben: Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge, arbeitet der pakistanische Militärgeheimdienst ISI direkt mit Aufständischen in Afghanistan zusammen. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf einen französischen Geheimdienstbericht vom 7. Februar, der ISI solle ein Netzwerk von Terroristen aufgefordert haben, Autos und Uniformen der afghanischen Armee und Polizei zu beschaffen. Sie sollten bei Selbstmordanschlägen genutzt werden.
Zudem zitierte das Blatt außerdem den Geheimdienst der US-Luftwaffe, wonach die pakistanische Regierung Terroristen nach Afghanistan einschleust. "Im Juli 2011 gab es Berichte, dass 1250 Taliban vom pakistanischen Geheimdienst ISI trainiert und nach Afghanistan geschickt wurden", heiße es in einem geheimen Papier. Sie sollten die afghanische Regierung, einheimische Sicherheitskräfte und die ausländischen Truppen infiltrieren, "um dann von innen heraus Anschläge zu verüben".
Die Zeitung berichtete weiter, der ISI und der Iran arbeiteten zusammen, um Anschläge auf NATO-Soldaten im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr zu unterstützen.
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, warnte angesichts der Absage Pakistans vor einem Scheitern der Konferenz. "Wer heute Afghanistan sieht, der muss Pakistan, Indien und Iran, ja der muss den gesamten Raum sehen", sagte Kirsch der "Mitteldeutschen Zeitung".
"Afghanistan und Pakistan - das ist ein Thema. Insofern macht es kaum Sinn, eine Konferenz durchzuführen, bei der das wichtigste Land, das außerdem noch die Atomwaffe hat, nicht dabei ist", sage Kirsch.
Khar betonte, dass ihr Land den Versöhnungsprozess in Afghanistan unterstütze, nicht aber in die afghanische Politik eingreifen wolle. Ob es Friedensgespräche mit den Taliban gebe, müsse allein Kabul entscheiden.
Auf der am Montag beginnenden Konferenz wollen Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen über die Unterstützung Afghanistans nach dem Abzug der internationalen Truppen 2014 beraten. Afghanistans Präsident Hamid Karsai traf bereits am Freitag zu ersten Gesprächen in Deutschland ein.
Aus Protest gegen die Politik Deutschlands und der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan gingen Tausende Menschen auf die Straße. Rund 4500 Menschen seien in der Bonner Innenstadt zu dem Protestzug gegen die Konferenz gekommen, sagte ein Sprecher des Protestbündnisses. Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und friedenspolitischen Organisationen.
Quelle: dpa , dapd , AFP
DAL schrieb:
am 3. Dezember 2011 um 18:46:59
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Die Afghanistan Konferenz in Bonn
soll wegen des Fernbleibens der pakistanischen Delegation scheitern. Warum ? Nun weil die Amerikaner 24
pakistanische Soldate angeblich aus Versehen umbrachten. Und sowas passiert kurz vor einer wichtigen Konferenz ? Sollte die Konferenz scheitern und aus welchem Grund ? ???
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erner schrieb:
am 3. Dezember 2011 um 18:42:46
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Krieg
Die Soldaten wissen nicht weshalb sie wirklich in Afghanistan sind. Sie folgen nur den Weisungen unserer Politiker und diese den USA.
Bei den "Nürnberger Prozessen" hieß es, wer einen Krieg beginnt ist ein Kriegsverbrecher ! Damit sind auch die Helfer gemeint.
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Kriegsgegner schrieb:
am 3. Dezember 2011 um 18:33:32
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Frieden?
Mehr als 50 Länder "tummeln" sich in Afghanistan, um den Afghanen die "Demokratie" in die Köpfe zu bomben. Pech
nur, daß die "Köpfe" das nicht aushalten und 10-Tausende Afghanen schon getötet wurden. Das Morden soll planmäßig noch weitere 3 Jahre andauern. Der Krieg gegen die Afghanen dauert damit länger als 1.+ 2. Weltkrieg zusammen! Man kann das auch als Weltkrieg der "Willigen" gegen ein souveränes Land nennen. Aber es lockt ja ein Billionen-Geschäft, deshalb w
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