18.09.2011, 12:21 Uhr
Verteidigungsminister Thomas de Mazière besucht die Truppe in Afghanistan (Quelle: Reuters)
Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist in der Nacht zum Sonntag zu einem unangekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Im regionalen Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF in Masar-i-Scharif informierte er sich zunächst über die Lage in Nordafghanistan, wo die Bundeswehr die Führungsrolle hat. Mit insgesamt rund 5000 Soldaten ist Deutschland der drittgrößte Truppensteller am Hindukusch.
De Maizière will auch mit den Verbündeten sprechen. Neben Deutschland und den USA sind in den Nordprovinzen Soldaten aus 16 weiteren Ländern im Einsatz. "Wir tragen Verantwortung auch für die Soldaten dieser Nationen", sagte der Minister. De Maizière will die anstehenden Entscheidungen über den schrittweisen Abzug aus Afghanistan in enger Abstimmung mit den Partnern treffen. "Wir können weder fachlich noch politisch alleine eine verantwortbare Entscheidung treffen, die die Regierungen dieser Verbündeten vor vollendete Tatsachen stellt."
Die USA wollen ihre Afghanistan-Truppe von rund 100.000 Soldaten bis Mitte 2012 um ein Drittel verringern. Der Abzug der deutschen Soldaten soll zum Jahreswechsel beginnen. Die endgültige Entscheidung soll der Bundestag im Dezember oder Januar im Zuge der Mandatsverlängerung treffen.
Wie viele Soldaten in einem ersten Schritt abgezogen werden sollen, ist noch offen. Anfang Oktober wollen die Verteidigungsminister der Truppensteller am Rande eines NATO-Treffens in Brüssel das weitere Vorgehen besprechen. In der Bundeswehr wird eine schnelle Truppenreduzierung äußerst skeptisch gesehen. Ende 2014 sollen keine internationalen Kampftruppen mehr in Afghanistan sein.
De Maizière hat sich vorgenommen, die Truppen in Afghanistan alle drei Monate zu besuchen. Er wolle nicht nur über schriftliche Vermerke über den Einsatz unterrichtet werden, sagte er. Zum ersten Mal war der Minister Ende März nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt dort. Der zweite Besuch folgte im Juni. Bei seiner jetzigen dritten Reise wird er vom Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, begleitet.
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der ISAF in den vergangenen Monaten verbessert. Allerdings sind den Taliban mehrere spektakuläre Anschläge gelungen. Ende Mai wurde mit dem deutschen Regionalkommandeur Markus Kneip erstmals ein ISAF-General bei einem Anschlag schwer verletzt. Der Polizeichef für den Norden, mehrere weitere Afghanen und zwei Bundeswehrsoldaten wurden getötet. Anfang August schossen die Taliban im Osten Afghanistans einen US-Hubschrauber ab. 30 amerikanische Spezialkräfte starben.
Am vergangenen Dienstag griffen Aufständische von einem Rohbau mitten in Kabul aus das Diplomatenviertel an und beschossen unter anderem die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier mit Granaten. Die Kämpfe dauerten mehr als 20 Stunden, 24 Menschen kamen ums Leben. Ende Juni waren bei einem spektakulären Angriff auf ein Luxushotel in Kabul neun Menschen getötet worden. Die Hauptstadt gehört zu den Gebieten, die bereits in afghanischer Sicherheitsverantwortung sind.
Quelle: dapd
andreas schrieb:
am 18. September 2011 um 16:02:29
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Afghanistan - krieg
OFw d. Res. hat Recht! Diese Apokalypse liegt i. d. Verantwortung der USA. Wer sich derart arrogant u. kriegslüstern
aufführt, muß sich nicht wundern, daß Terroristen wie Pilze a. d. Boden sprießen. Die NATO hat sich überlebt. Sie ist Handlanger d. US Politik geworden. D. USA sollten ihre Kriege alleine führen, dann würden sie mögl. Weise irgendwann begreifen, d. A-politik auch Krieg funktioniert. Solange sie willige Helfer i. d. EU haben, wird sich in Zukunft (wohl) kaum etwas ändern.
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Matschik schrieb:
am 18. September 2011 um 15:09:44
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Afghanistan
Glaubt denn die oder irgendeine Regierung tatsächlich, daß die Soldaten Ruhe in solche Länder bringen? Wie naiv sind die
eigentlich??? Endgültiger Truppenabzug, sofort, damit nicht noch mehr in einer Kiste nach Hause kommen.
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DAL schrieb:
am 18. September 2011 um 14:24:52
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Afghanistan
Der Einsatz begann einige Zeit nach 2001 und ist inzwischen unter US-Kommando völlig verpfuscht. Viele rechnen nach dem Abzug
der auch deutschen Truppen mit einer Machtübernahme durch die Taliban. Taliban waren (sind ?) extreme Religionsfanatiker und entstammten überwiegend dem Volksstamm der Paschtunen, welche in Afghanistan und westlichen Teilen Pakistans leben. Wer wirklich wissen will was die in der Zeit ihrer Herrschaft angerichtet hatten sollte sich informieren-sonst wird nur Blödsinn
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