05.04.2010, 17:20 Uhr | dpa,AFP
Afghanistan: Bundeswehrsoldat im Einsatz in Kundus (Foto: dpa)
Unter maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr will die Internationale Schutztruppe ISAF die Taliban in den kommenden Monaten aus der nordafghanischen Unruheprovinz Kundus verdrängen. "Wir werden uns Kundus in diesem Jahr widmen", sagte der Chef des Stabes der ISAF, Bundeswehr-General Bruno Kasdorf. "Und dann hoffe ich, dass die Lage anschließend deutlich besser sein wird. Das ist eine Sache, die wir schon fest im Auge haben." Kasdorf nannte die Lage in Kundus "problematisch".
Die Operation werde nicht den Umfang der laufenden Offensive "Muschtarak" ("Gemeinsam") in der südafghanischen Provinz Helmand haben, aber ähnlich angelegt sein.
In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in Kundus dramatisch verschlechtert. Die USA entsenden in den kommenden Monaten nach ISAF-Angaben bis zu 4500 Soldaten in den deutschen Verantwortungsbereich in Nordafghanistan, die unter Bundeswehr-Befehl stehen sollen. Die Deutschen werden im Norden weiterhin das größte Kontingent stellen. An der Mitte Februar begonnenen Operation "Muschtarak" sind 15.000 Soldaten beteiligt. Die bislang größte Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 wird offiziell von den Afghanen angeführt. Auch die Operation in Kundus wird nach Kasdorfs Worten unter afghanischer Führung stehen.
Kasdorf beklagte, dass die Leistung der Bundeswehr-Soldaten, die besonders in Kundus regelmäßig von den Taliban angegriffen werden, nur mangelhaft in Deutschland anerkannt wird. "Unsere Soldaten nehmen ihre Mission sehr gewissenhaft wahr und verdienen dafür jedes Lob. Wenn das nicht reflektiert wird in der Heimat, dann kann ich den Frust verstehen, der da ab und zu mal aufkommt", sagte der höchstrangige deutsche ISAF-Offizier. "Ich wünsche mir, dass unsere Bundeswehr-Soldaten uneingeschränkt die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht. Und ich sehe nicht, dass das immer der Fall ist."
Kasdorf sagte, nach der Operation "Muschtarak" in Helmand nehme die NATO-geführte ISAF als nächstes die Nachbarprovinz Kandahar ins Visier. "Im nächsten Vierteljahr werden wir das angehen." Der General hofft, "in diesem Jahr die Wende in Afghanistan" zu schaffen. "Ich denke, dass wir unten im Süden schon auch schon ganz gut angefangen haben." Die Operation "Muschtarak" zeige erste positive Anzeichen.
Kasdorf warnte, dass es wichtig sei, die Stabilität des Landes auf Dauer zu sichern, sonst drohe erneut ein Bürgerkrieg. Die Taliban könnten tatsächlich wieder die Macht übernehmen und Terroristen einen Rückzugsraum bieten. Ein Scheitern der NATO hätte nicht nur schwere Konsequenzen für die Region, sondern weit darüber hinaus, betonte er.
Zur Wiedereingliederung von Taliban in die afghanische Gesellschaft sagte Kasdorf, es gebe besonders von Kämpfern der unteren und mittleren Ränge Anzeichen, dass daran ein großes Interesse bestehe. Der Wiedereingliederungs- und Versöhnungsprozess müsse aber von der afghanischen Regierung organisiert und geführt werden.
Unterdessen haben im Süden Afghanistans die US-Streitkräfte bereits damit begonnen, die Sicherheit in der Provinz zu verstärken. "Anstatt ein genaues Datum zu nennen, wann die militärische Offensive startet, sage ich jetzt, dass dieser Prozess bereits begonnen hat", sagte Afghanistan-Kommandeur Stanley McChrystal am Mittwoch. Der Einsatz werde "in den kommenden Wochen und Monaten" aufgestockt, fügte er hinzu. Derzeit würden vor allem wichtige Straßen und Bezirke in der Provinz gesichert.
Zuvor waren bei einer Anschlagsserie in Kandahar am Samstag 35 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren nach lokalen Angaben mindestens zehn Gäste einer Hochzeitsfeier. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete die Anschläge als "Antwort" auf die Pläne der internationalen Truppen, eine Großoffensive zu starten. Kandahar gilt als Hochburg der Taliban. Dort hatten die Rebellen bis zum US-geführten Einmarsch 2001 ihr Machtzentrum. In der Nachbarprovinz Helmand führen internationale und afghanische Truppen derzeit eine Großoffensive, um die Rebellen aus der Region zu vertreiben. McChrystal hatte bereits angekündigt, anschließend gegen die Rebellen in Kandahar vorzugehen.
dpa,AFP
woo schrieb:
am 18. März 2010 um 16:41:37
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Duetsche in Afghanistan
es ist nun mal so dass die USA 2001 den Bündnisfall ausgerufen haben und kein Natoland hat Einspruch erhoben. Nach
dem WHNS Vertrag von 1982 zwischen BRD und USA verpflichtet sich die BRD den USA im Bündnisfall bis zu 90 000 Soldaten zur Verfügung zu stellen. So viel zum Thema "souveräner Staat BRD".
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Robin Hood schrieb:
am 18. März 2010 um 15:57:53
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Krieg
Ich bin kein Freund des Krieges in Afganistan.Ich bin sogar dagegen.Trotzdem sollten wir unsere Soldaten,die ja niemand gefragt
hat,unterstützen und deren Leistung anerkennen.
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Matze schrieb:
am 18. März 2010 um 15:55:46
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Gegenwort
An Goofy.... pass mal auf!!! In dem Spruch dess höchstrangigen deutschen ISAF-Offiziers, geht es nicht um Steuergelder oder
Merkel, was weis ich was dein Kopf dir für Faschingsgebilde wiedergibt.
Ich war selber in Afghanistan und was ich dort als Soldat erlebt habe, gespürt und gesehen habe kann sich nur jemand vorstellen wer dabei war!!!
Darum geht es, dass die Leistungen der Soldaten die für UNSER Land ihr Leben riskieren und auch für euer Land ihr Leben lassen!
Das soll gewürdigt werden
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