19.01.2012, 08:59 Uhr
Abenteuer wird zum Horror-Trip: Bewaffnete eröffnen das Feuer auf eine internationale Reisegruppe. Dabei kommen insgesamt fünf Menschen ums Leben.
Es sollte ein Abenteuertrip in eines der abgelegensten Gebiete der Erde werden. Dann aber kamen Bewaffnete aus der Dunkelheit der Danakil-Wüste und eröffneten das Feuer auf die internationale Reisegruppe. Zwei Deutsche, zwei Ungarn und ein Österreicher überlebten den Trip ins äthiopisch-eritreische Grenzgebiet nicht. Für zwei weitere Deutsche sowie zwei äthiopische Begleiter geht das Grauen womöglich weiter: Sie wurden entführt, sagte der äthiopische Regierungssprecher Bereket Simon.
Das Auswärtiges Amt hat mittlerweile bestätigt, dass unter den in Äthiopien ermordeten Touristen zwei Deutsche sind. Das Schicksal weiterer Deutscher, die zu der Reisegruppe gehörten, sei leider "noch ungeklärt", teilte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mit. Der am Dienstag eingerichtete Krisenstab und die Botschaft in Äthiopien bemühten sich "mit Hochdruck", den betroffenen Deutschen zu helfen.
Eine Rettungsmaßnahme wurde laut Westerwelle "erfolgreich abgeschlossen". An Bord eines Hubschraubers konnten demnach zwölf Menschen, darunter eine Anzahl Deutscher, in Sicherheit gebracht werden.
Zwischen Äthiopien und Eritrea brodelt schon lange ein Konflikt: 1962 von Äthiopien annektiert, erreichte das Nachbarland erst 1993 seine Unabhängigkeit. Damit verlor Äthiopien jeglichen Meereszugang, auch die Grenzen blieben unklar. 1998 spitzte sich die Lage dramatisch zu, im folgenden zweijährigen Krieg kamen rund 100.000 Menschen ums Leben.
Äthiopien und Eritrea: Der Überfall ereignete sich in der Nähe des Vulkans Erta Ale (Quelle: stepmap.de)"Eritrea will die gesamte Region destabilisieren"Bis heute lassen die Regierungen beider Staaten keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. So beschuldigt Addis Abeba den Nachbarn, im Januar 2011 einen Anschlag auf das jährliche Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt geplant zu haben, der nur knapp habe vereitelt werden können.
Regierungssprecher Simon nennt den neuerlichen Zwischenfall eine gezielte Aktion, denn in der kommenden Woche startet in Addis Abeba wieder eine große AU-Konferenz: "Eritrea will die gesamte Region destabilisieren", sagte er. Ein weiteres Ziel des Angriffs, den er von der Regierung in Asmara ausgebildeten Banditen vorwirft, sei die äthiopische Tourismusindustrie gewesen. Diese hatte in dem ehemaligen Krisenland am Horn von Afrika erst in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum Touristen immer wieder die seit Jahren bestehenden Reisewarnungen in das Gebiet ignorieren. In den vergangenen Jahren kam es dort mehrmals zu Überfällen und Entführungen, die jedoch meist glimpflich endeten. Die Region - einer der heißesten Orte der Welt - liegt fernab der üblichen Touristenrouten in Äthiopien, ist schwer zugänglich, in der Regenzeit kaum befahrbar und äußerst unwirtlich. Eine Reise in diese Wüste gleicht einer anstrengenden Expedition. Dennoch: Die Region hat trotz aller Risiken ihre Reize.
"Dieses sogenannte Afar-Dreieck ist wunderschön, weshalb ich selbst schon dorthin gereist bin", sagt ein belgischer Fotograf, der seit sieben Jahren in Äthiopien lebt. "Wenn das Gebiet so gefährlich ist, warum vergibt die äthiopische Regierung dann nach wie vor so einfach die notwendigen Genehmigungen, um dorthin zu fahren?" Er fügte hinzu, er hoffe, die Behörden würden nun die Zahl der zugelassenen Reisenden in die Region eingrenzen: "Denn der zunehmende Tourismus hat in der Danakil schon viel Schaden angerichtet."
Der Kanadier Xavier Furtado, der in Addis Abeba arbeitet, hatte für dieses Jahr eine Tour geplant. "Das werde ich jetzt natürlich nicht machen, aber irgendwann in der Zukunft möchte ich die Danakil besuchen. Ich habe viele Fotos gesehen, die Region ist spektakulär, und einige Freunde von mir waren da und hatten keinerlei Probleme."
Die Danakil-Senke oder Danakil-Depression liegt bis zu 110 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit auch einer der tiefsten Orte der Erde. Zahlreiche einzigartige Naturwunder sind zu besichtigen, darunter Salzseen und der Vulkan Erta Ale, in dessen Krater ein See aus feuriger Lava brodelt. In der Nähe dieses "Berges, der raucht" - wie die Übersetzung des Namens heißt - soll sich der Überfall ereignet haben.
Quelle: AFP , dpa
Helmut schrieb:
am 18. Januar 2012 um 20:10:50
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Urlaub in Athiopien
Muß man dort Urlaub machen? Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um.Ein
altes Sprichwort das sich wieder einmal bewarheitet.
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Immer sinds die Anderen schrieb:
am 18. Januar 2012 um 19:57:04
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Probleme selber in Griff bekommen!
Warum soll Eritrea dafür verantwortlich sein? Typische Schuldzuweisungen um nicht einzugestehen das man
das eigen verarmte Volk nicht unter Kontrolle hat!? Ich kenn beide Länder sehr gut und bin da eher neutral gestimmt. Solang sich Eritrea weigert ihre vorhandenen Ölfelder von Amis fördern zu lassen, werden die Äthiopier militärisch massiv von den USA & EU aufgerüstet! Jetzt folgen beweißlose Schuldzuweisungen + ein Krieg der Äthiopien den Meereszugang erlaubt und dem Ami&EU das ÖL! Lächerlich
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Rolli01 schrieb:
am 18. Januar 2012 um 18:47:39
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Touristen Urlaub
Ich schließe mich den birherigen Kommentaren an, wie kann man in gefährdeten Gebieten Urlaub machen? und dann auch noch
andere in Gefahr bringen, die jetzt alles aufklären sollen. Da kann ich nur sagen, selber Schuld, wer so leichtsinnig mit seinem Leben umgeht, dem ist wohl nicht zu helfen. Noch viel schlimmer ist, das es Veranstalter gibt, die so etwas auch noch organisieren, hat sich das gelohnt? in diesem Fall auch noch Menschen auf dem Gewissen zu haben, und die anfallenden Kosten? Wir???
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