12.08.2010, 09:11 Uhr
Diese Illustration der Manchester University verdeutlicht, wie die Siedler vor 11.0000 Jahren gelebt haben könnten. (Foto: AP Photo/Manchester University/Alan Sorrell, HO)
Archäologen haben offenbar das älteste Haus Großbritanniens entdeckt. Das Rundhaus soll vor rund 11.000 Jahren erbaut und von Siedlern 200 bis 500 Jahre lang bewohnt worden sein.
Damit wäre das noch äußerst gut erhaltene Gebäude etwa 6000 Jahre älter als die Kultstätte Stonehenge. Der Fund soll auch zwischen 500 und 1000 Jahre älter als das Haus sein, das bislang für das älteste des Landes gehalten wurde. Schätzungen von Forschern zufolge befindet es sich in der Nähe eines historischen Sees unweit der Ausgrabungsstätte Star Carr im Nordosten Englands.
"Das ist eine sensationelle Entdeckung, durch die wir ungemein viel über die Menschen, ihre Zeit und ihre Lebensweise lernen können", sagte die Archäologin Nicky Milner, die zu einem Expertenteam der Universität York gehört. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Manchester ist das Team an den seit zwei Jahren dauernden Ausgrabungen beteiligt. Bislang hatten Forscher angenommen, dass die ersten Siedler, die nach dem Ende der letzten Eiszeit nach Großbritannien zurückkehrten, Nomaden waren und bei ihren Streifzügen wenig zurückließen. "Wir wissen nun, dass sie große Bauten errichteten und sich an bestimmten Orten niederließen", erklärte Archäologin Chantal Conneller von der Universität Manchester.
Untersuchungen zufolge war das Rundhaus etwa 3,5 Meter breit. Es bestand aus Holzpfählen und hatte vermutlich ein Schilfdach. Es sei wahrscheinlich, dass an der historischen Stätte auch noch weitere Häuser erbaut wurden, so die Experten.
Auch Fundstücke wie die Teile eines Ruders, Pfeilspitzen und Hirschschädel ließen bei den Forschern Rückschlüsse auf die Lebensweise der Siedler zu. So könnten sie Haustiere gehalten, nach Wildtieren gejagt, in dem nahe gelegenen See gefischt und rituelle Zeremonien abgehalten haben. Die Forscher legten außerdem einen 11.000 Jahre alten Baumstamm frei, dessen Rinde noch unbeschädigt war. Am Ufer des ehemaligen Sees fanden sie auch eine historische Anlegestelle. Dies könnte ein möglicher Beleg der ersten Holzhandwerksarbeiten auf dem europäischen Kontinent sein.
Der britische Wissenschaftsminister David Willetts bezeichnete die Entdeckung als bahnbrechend. "Der Fund stellt auf faszinierende Weise die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der Neu- und Steinzeit heraus und wird unsere Vorstellungen für immer verändern", sagte er.
Quelle: dapd
hey schrieb:
am 11. August 2010 um 19:33:59
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ältestes haus england
es ist toll, dass dieser fund gemacht wurde - aber ist es tatsöchlich so beeindruckend, dass die siedler gejagt,
gefischt und mit holz gearbeitet haben - die wollten auch leben, also mussten sie sich auch ernähren usw.
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