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Ägypten: Mindestens zwei Tote bei Unruhen in Suez

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Mindestens zwei Tote bei Unruhen in Ägypten

03.02.2012, 08:34 Uhr

Ägypten: Zwei Tote bei Ausschreitungen. (Screenshot: AP) Ägypten: Zwei Tote bei weiteren Ausschreitungen

Bei Straßenschlachten mit der Polizei wurden in Suez zwei Demonstranten getötet.

Bei Zusammenstößen mit der Polizei sind in der ägyptischen Stadt Suez zwei Demonstranten getötet worden. Das teilte ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde am frühen Freitagmorgen mit. Unterdessen wurden in Kairo über 600 Demonstranten durch Tränengas verletzt, als sie nach den tödlichen Krawallen bei einem Fußballspiel gegen die Militärführung protestierten.

Ursache der Proteste waren die schweren Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Port Said am Mittwochabend, bei denen 74 Menschen ums Leben kamen. Sie hatten sich von der Hauptstadt Kairo auch auf die Stadt Suez im Nordosten des Landes ausgeweitet.

Zeugen berichteten, die Polizei habe zunächst versucht, die Hunderten Demonstranten in Suez auseinanderzutreiben. Diese hätten versucht, den Hauptsitz der örtlichen Sicherheitskräfte einzunehmen. Die Polizei habe erst Tränengas eingesetzt, später aber scharf in die Menge geschossen.

Scharmützel am Tahir-Platz

Am späten Donnerstagabend und in der Nacht lieferten sich Tausende Menschen rund um den Tahrir-Platz in Kairo Scharmützel mit der Polizei. Demonstranten warfen Steine auf die Sicherheitskräfte und versuchten, in die Nähe des Innenministeriums zu gelangen. Immer wieder wurde der Rücktritt des Chefs des Militärrats, Hussein Tantawi, gefordert. Auch Rufe nach seiner Hinrichtung wurden laut.

Video
Über 70 Tote bei Fan-Ausschreitungen

Ein Drama mit vielen Opfern: Zum Ende einer Partie im ägyptischen Port Said kam es zu gewalttätigen Unruhen auf den Rängen und dem Feld. zum Video

Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage, wie auf Bildern des Staatsfernsehens zu sehen war. Gruppen von Demonstranten blieben aber in der Nähe des Innenministeriums und des Tahrir-Platzes.

Gewalt politisch motoviert?

Am Mittwochabend war es in Port Said nach einem Fußballspiel zwischen den rivalisierenden Clubs Al-Masri und der Gastmannschaft Al-Ahli aus Kairo zu Gewaltexzessen gekommen. Wie Fernsehaufnahmen zeigten, hatten Polizei und Militär tatenlos zugesehen, wie Zuschauer mit Flaschen, Steinen und Messern regelrecht Jagd auf Spieler und Fans des Kairoer Traditionsclubs machten.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Gewalt politisch motiviert war. Ziel sei es, die Revolution zu diskreditieren und den demokratischen Wandel zu stoppen, hieß es in Online-Diskussionsforen. Das Militär wolle Chaos säen, um sich als Schutzmacht unverzichtbar zu machen. Nach einer anderen Theorie wollten die Sicherheitskräfte den Ahli-Fans einen Denkzettel verpassen, weil sie Demonstranten vor der Gewalt des Militärs schützten.

Die ägyptische Regierung hat bereits erste Konsequenzen gezogen: Während einer Sondersitzung des Parlaments gab Ministerpräsident Kamal al-Gansuri bekannt, dass er die Führung des ägyptischen Fußballverbandes abgesetzt und den Gouverneur von Port Said abgelöst habe. Der Militärrat verkündete drei Tage Staatstrauer.


Quelle: AFP , dapd

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Kommentare (9)

zum Forum

Thema: "Ägypten: Mindestens zwei Tote bei Unruhen in Suez"

Uwe schrieb: am 3. Februar 2012 um 15:30:05
(0) (0) Ägypten
Was gab es früher in Ägypten für eine Ruhe und Sicherheit auf den Straßen. UInter Mubarak gab es so etwas schreckliches nicht.
Dank an die westlichen Chaoten.
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Werner schrieb: am 3. Februar 2012 um 15:28:00
(1) (0) Westerwelle
Man muß sich einmal überlegen, wieviel deutsches Steuergeld dieser Westerwelle in den letzten Monaten über Ägypten und die
anderen arabischen Staaten verteilt hat. Es mögen hunderte Millionen Euro sein ! Und heute ermahnte dieser Mensch wieder einmal die Ägypter. Ich würde mir ehrlich wünschen, das der ägyptische Mob den W. einmal zu fassen bekäme.
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Neumüscher schrieb: am 3. Februar 2012 um 14:57:04
(1) (0) Drahtzieher und Schergen
Man darf gespannt sein, ob jemals die Drahtzieher und Schergen des Massakers in Port Said angeklagt werden und
hinter Gitter kommen. Bis es soweit ist, sollte die FIFA den ägyptischen Fußball für alle internationalen Begegnungen sperren. Es darf nicht zugelassen werden, dass Konterrevolutionäre ihre Konflikte mittels Fußball auf eine internationale Bühne hieven können.
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