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Entführte Touristen sind auf freiem Fuß
22.09.2008, 22:07 Uhr
Touristen stehen vor Abu Simbel an: Touristen werden in Ägypten immer von der Polizei begleitet (Foto: Reuters)Die in Ägypten verschleppten fünf Deutschen, ihre Mitreisenden und Begleiter sind wieder frei. Die 19 Entführten seien in der Nähe der Grenze zwischen Ägypten, Libyen und dem Sudan freigelassen worden, sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Montag in New York. Sie seien allesamt wohlauf, sagte Gheit weiter, der sich aus Anlass der am Dienstag beginnenden UN-Vollversammlung in New York aufhält.
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ChronologieIm Ausland entführte Deutsche
Maskierte überfielen Gruppe
Die elf Touristen aus Deutschland, Italien und Rumänien und ihre acht ägyptischen Begleiter waren am Freitag nur wenige Kilometer von der sudanesischen Grenze aus der Wüstenregion Gilf el Kebir entführt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur MENA wurden sie von vier maskierten und bewaffneten Männern überfallen. Laut der Regierung in Kairo handelte es sich dabei um Kriminelle; einen terroristischen Hintergrund schloss sie aus.
Verhandlung über Lösegeld?
Zuvor hatte es widersprüchliche Angaben gegeben. So hatte der ägyptische Tourismusminister Soheir Garrana kurz zuvor mitgeteilt, die Reisegruppe sei von Ägypten in den Sudan verschleppt worden. Nach seinen Angaben hatten die deutschen Behörden mit den Entführern über die Zahlung eines Lösegeldes verhandelt. In ersten Berichten hatte es geheißen, die Entführer hätten umgerechnet 783.000 Euro Lösegeld gefordert. In anderen Berichten war sogar von 15 Millionen US-Dollar die Rede. Die ägyptische Regierung hatte betont, selbst keinen Kontakt zu den Entführern gehabt zu haben.
Überfallen und ausgeraubt?
Behördenvertreter in der Stadt Assuan hatten bereits zuvor erklärt, die elf Safari-Teilnehmer aus Europa und ihre ägyptischen Begleiter hätten versehentlich die Grenze zum Sudan überquert. Dort seien sie von bewaffneten Angehörigen eines Stammes am Freitag überfallen und ausgeraubt worden. Am Montag hätten diese die Expeditionsteilnehmer dann wieder freigelassen. Die Gruppe sei danach wieder nach Ägypten gelangt.
Nahe der Stadt Assuan in Ägypten haben Unbekannte 19 ausländische Touristen entführt (Foto: Archiv)
Entführter rief Frau an
Bei den Ägyptern handelt es sich laut Polizei um die Fahrer der vier Geländewagen, mit denen die Reisegruppe unterwegs war, sowie zwei Reiseführer, den Besitzer des ägyptischen Safari-Reiseveranstalters sowie einen Offizier der Armee, der den Touristen als Begleiter zugewiesen worden war. Die ägyptischen Behörden sollen erst von der Entführung erfahren haben, nachdem sich der Besitzer des kleinen Reiseunternehmens telefonisch bei seiner Frau gemeldet hatte. Die Entführung sei das Werk von Kriminellen, hatte das ägyptische Ministerium betont und einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen.
Touristen dürfen nicht allein fahren
In den meisten Gebieten Oberägyptens dürfen Touristen nur in Begleitung der Polizei mit dem Auto oder mit dem Bus reisen. Diese Sicherheitsbestimmungen gelten seit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Ägypten in den 90er Jahren. Zwischen
Luxor, Assuan, dem
Roten Meer und
Abu Simbel verkehren täglich Touristenkonvois, die von Polizeifahrzeugen eskortiert werden. Für Wüstensafaris in entlegenen Gebieten ist oft eine Sondergenehmigung notwendig.
Quelle: dpa
, AFP