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Ex-Kommunikation nach Abtreibung bei Neunjähriger
06.03.2009, 09:14 Uhr
Nach der Abtreibung bei einem neunjährigen Missbrauchsopfer hat der Erzbischof im nordostbrasilianischen Recife, José Cardoso Sobrinho, deren Mutter und das Ärzteteam exkommuniziert. Dies wurde am Donnerstag aus Ärztekreisen bekannt.
Das kleine Mädchen aus dem Bundesstaat Pernambuco war von seinem Stiefvater geschwängert worden und im vierten Monat mit Zwillingen schwanger. Ärzten zufolge hätte die Schwangerschaft das zierliche Mädchen in Lebensgefahr bringen können. Daraufhin nahmen sie am Mittwoch die Abtreibung vor.
Bischof: "Gottes Gesetz" wichtiger
Dem Erzbischof bedeuten beide Umstände nichts. Dem TV-Nachrichtensender Globo sagte Cardoso, der Schwangerschaftsabbruch sei aus Sicht der Kirche ein Verbrechen, und "Gottes Gesetz" stehe über den Gesetzen der Menschen.
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Stiefvater ist in Haft
Die Schwangerschaft wurde erst vergangene Woche festgestellt, als das Kind wegen Bauchschmerzen ins Krankenhaus kam. Es gab zu Protokoll, von seinem Stiefvater schon seit seinem sechsten Lebensjahr sexuell missbraucht zu werden. Der 23-Jährige soll auch die 14 Jahre alte körperbehinderte Schwester des Mädchen missbraucht haben. Er hat gestanden und ist derzeit in Haft. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.
Hitzige Debatte ausgelöst
Der Fall hat in Brasilien eine hitzige Debatte ausgelöst. Abtreibungen sind dort illegal - es sei denn, die Frau wurde nach einer Vergewaltigung schwanger oder ihr Leben ist durch die Schwangerschaft in Gefahr. Jährlich lassen deshalb nach Behördenschätzungen rund eine Million Frauen heimlich abtreiben - tausende sterben dabei, oft wegen schlechter medizinischer Bedingungen. Versuche des Gesundheitsministeriums, die Gesetze zu liberalisieren, scheiterten bisher am Widerstand der katholischen Kirche.
Ähnlicher fall im Süden
Laut der Internetseite von Globo wird im Süden des Landes derzeit eine Elfjährige im Krankenhaus betreut, die im siebten Monat schwanger ist. Sie soll von ihrem Adoptivvater vergewaltigt worden sein. Dieser hatte sich im Februar der Polizei gestellt: Er gab an, er sei nur einmal mit dem Kind intim gewesen - und zudem von dem Mädchen verführt worden.
Quelle: AFP