26.07.2011, 15:14 Uhr
James und Rupert Murdoch am Dienstag vor dem Ausschuss des britischen Parlaments (Foto: dpa)
Im Abhörskandal um die Zeitung "News of the World" gerät jetzt auch Verlegersohn James Murdoch immer stärker in die Schusslinie. Ehemalige Mitarbeiter greifen ihn an. Er soll unrichtige Aussagen gemacht haben - bestreitet das aber entschieden.
James Murdoch, Europachef des Medienimperiums News Corp. habe sich bei seiner Aussage vor einem Ausschuss des britischen Parlamentes am vergangenen Dienstag in mindestens einem Fall "geirrt" und unrichtige Aussagen gemacht. Das teilten der frühere Chefredakteur des mittlerweile eingestellten Skandalblattes, Colin Myler, sowie der ehemalige Rechtsanwalt des "News of the World"-Verlages News International, Tom Crone, mit.
Der 38 Jahre alte James Murdoch könnte nun aufgefordert werden, die Sache klarzustellen, hieß es am Freitag aus dem Ausschuss, der sich der Aufklärung des seit Jahren laufenden Skandals verpflichtet hat. Ein Abgeordneter der sozialdemokratischen Labour-Partei, Tom Watson, kündigte außerdem an, den Fall zur Untersuchung an Scotland Yard weitergeben zu wollen.
Bei den Vorwürfen geht es um die Frage, ob James Murdoch frühzeitig von einer Email gewusst hatte, die Hinweise darauf gab, dass die Abhörpraktiken bei "News of the World" keinesfalls nur die Taten eines einzelnen Journalisten waren. Murdoch hatte gesagt, er habe dieses Schriftstück erst später gesehen.
Myler und Crone behaupten jedoch, sie hätten die Email Murdoch bereits im April 2008 gezeigt und ihn damit auf die Verbreitung der Praktiken aufmerksam gemacht. Murdoch betonte in einer Mitteilung, er stehe zu den Aussagen, die er vor dem Parlaments-Sonderausschuss gemacht habe.
Rupert und James Murdoch hatten sich am Dienstag zwar für die Affäre entschuldigt, aber keine Verantwortung dafür übernommen. Bei Murdochs Skandalblatt "News of the World" hatten Journalisten die Telefone von vermutlich rund 4000 Prominenten und Privatleuten abgehört, darunter auch die von Mordopfern und den Witwen getöteter Soldaten. 2007 waren ein früherer Reporter und ein Privatdetektiv deshalb zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Das wahre Ausmaß der illegalen Recherchemethoden war aber verborgen geblieben.
Unterdessen berichtete der britische Sender BBC, der US-Geheimdienst FBI wolle den Schauspieler Jude Law kontaktieren und ihm mitteilen, dass sein Telefon während eines Aufenthaltes in den USA angezapft worden sei. Law gehört zu den prominentesten bislang bekannten Opfern der Abhörmethoden in Großbritannien. Sollte sich herausstellen, dass sein Handy abgehört wurde, während es über ein US-Netzwerk lief, könnte News International auch dort ein Rechtsstreit drohen, hieß es von der BBC. Offizielles gab es dazu zunächst nicht.
Quelle: dpa
Nichtwähler schrieb:
am 22. Juli 2011 um 19:37:58
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Skandale ohne Ende
Vielleicht ist Anarchie (mit Selbstjustiz) doch die bessere Gesellschaftsform. Wenn es keine Gesetze gibt, kann man auch keine brechen.
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contra schrieb:
am 22. Juli 2011 um 16:46:42
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Abhörskandal
Wie lange dauert es noch, bis in Deutschland die diversen Abhörskandale
endlich vor Gericht kommen???
England ist doch ein
Waisenkind gegen die Sauerei, die in Deutschland läuft.
Über 1/3 aller Kosten im Bereich Telekommunikation sind Kosten für Ahör-und Aufzeichnungstechnik. Es gibt k e i n e n Abieter in Dt., der nicht von " Spezialisten " der Geheimdienste " betreut " wird. Jeder Kontakt wird abgehört/ überwacht. Stasi war dagegen ein armer Verein.
Überwachung
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Horst schrieb:
am 22. Juli 2011 um 16:27:05
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Politiker u Medienleute versagen
Ich sehe das genauso. Wenn man bedenkt , wie lange es gedauert hat bis die ehemaligen Berater unserer
Kanzlerin zugeben mussten, dass Siemens bestochen hatte um Aufträge zu bekommen. Wir erfahren sowieso nicht alle Ferkeleien, die große Leute und Möchtegern-Vorbilder veranstaltet haben. Nur nicht erwischen lassen, liebe ehrbaren Leute!
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