09.06.2011, 15:22 Uhr
Eine 96 Jahre alte Niederländerin hat den Mord an einem Bauunternehmer im Jahr 1946 gestanden. Der Bürgermeister von Leiden, Henri Lenferink, gab bekannt, er habe ein Schreiben der Frau bekommen, in dem sie den Mord an Felix Gulje zugibt. Dieser war zur Tatzeit im Gespräch für ein hohes politisches Amt. Der Mord erschütterte damals die Niederlande.
Das Tatmotiv war der Irrglaube, dass das Mordopfer mit den Nazis kollaboriert hatte. Mehrere Untergrundblätter hatten geschrieben, er sei schuldig.
Am 1. März 1946 klingelte daraufhin die Täterin, die während des Krieges im Widerstand war, an der Haustür von Gulje und sagte seiner Frau, sie habe einen Brief für ihren Mann. Als Gulje an die Tür kam, schoss ihn die Frau nieder. Der Mann starb noch im Krankenwagen an seinen Verletzungen.
Zwar machte Guljes Unternehmen Geschäfte mit den Deutschen. Doch nach dessen Tod kam heraus, dass er Juden Unterschlupf gewährt und die Rettung anderer Juden finanziert hatte. Zudem traf sich eine katholische Untergrundorganisation in seinem Haus.
Die Täterin, die zu keiner Zeit verdächtigt wurde, werde strafrechtlich nicht verfolgt werden, sagte Bürgermeister Lenferink, obwohl die Niederlande die Verjährungsfrist von 18 Jahren für schwere Verbrechen 2006 aufgehoben haben. Die behinderte Frau sei sehr alt und gebrechlich und könne nur noch schlecht hören, so Lenferink.
Quelle: dapd
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