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9. November 1989: Die Nacht, in der die Mauer fiel

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Die Nacht, in der die Mauer fiel

14.09.2009, 12:09 Uhr | ak

Mauerspecht auf der westdeutschen Seite am 1. Dezember 1989 (Foto: imago)Mauerspecht auf der westdeutschen Seite am 1. Dezember 1989 (Foto: imago)

28 Jahre lange Jahre, dann geht plötzlich alles ganz schnell: Am 9. November 1989 fällt in Berlin die Mauer - Mauerspechte schlagen Stücke aus dem Symbol der Teilung Deutschlands. Zehntausende DDR-Bürger strömen nach Westberlin. Ossis und Wessis liegen sich im Freudentaumel in den Armen. Ein Rückblick in Bildern

Schon in den Monaten zuvor waren der DDR ihre Bürger regelrecht davongelaufen. Immer mehr Menschen flüchteten in die Bundesrepublik. Alleine bei dem "Paneuropäischen Picknick“ an der österreichisch-ungarischen Grenze am 19. August überqueren 600 DDR-Bürger die Grenze zum Westen.

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Tausende DDR-Bürger in Prager Botschaft

Kaum zwei Wochen später findet am 4. September die erste Leipziger Montagsdemonstration statt - rund einen Monat später nehmen bereits 70.000 Menschen teil. Unterdessen herrscht Ausnahmezustand in der Prager Botschaft der Bundesrepublik. Bis zu 6000 Menschen wollen ihre Ausreise erzwingen. Am 30. September verkündet Hans-Dietrich Genscher ihnen unter Freudenschreien, dass sie ausreisen dürfen.

"Sofort, unverzüglich!"

Noch am Morgen des 9. November feilen Offiziere des Innenministeriums und der Staatssicherheit an einer neuen Reiseverordnung. Diese tritt am gleichen Tag ihren Weg durch die Instanzen an, soll aber eigentlich erst am nächsten Tag veröffentlicht werden. Um 18.53 Uhr verkündet jedoch der Sprecher des SED-Zentralkomitees, Günter Schabowski, in einer Pressekonferenz vorzeitig die neue Reiseregelung. Demnach wurden Ausreisen und Privatreisen ins Ausland erlaubt - allerdings mit Visumspflicht. Genehmigungen sollten kurzfristig erteilt werden. Auf die Nachfrage eines Journalisten, ab wann diese Regelung in Kraft treten soll, antwortet er: "Sofort, unverzüglich!"

Die Grenze ist offen - und dicht

In den nächsten Stunden versammeln sich zahlreiche Ostberliner an den Grenzübergängen der Bornholmer Straße, Invalidenstraße und Heinrich-Heine-Straße. Aber die Grenzen sind noch dicht. Es gibt keinen Befehl zur Grenzöffnung, die Grenztruppen sind nicht informiert. Währenddessen geht die Nachricht um die Welt und überrascht die Regierungen in Washington, London oder Paris.

Die Ersten dürfen ausreisen

Das DDR-Fernsehen versucht die Wogen zu glätten und fordert die Menschen auf, erst ab dem nächsten Tag ihre Reisepapiere zu beantragen. Dagegen berichten die westdeutschen Tagesthemen: "Die Tore in der Mauer stehen weit offen.“ Immer mehr Menschen strömen zu den Grenzübergängen - die aber nach wie vor geschlossen sind. Um die Lage etwas zu entspannen, dürfen an der Bornholmer Straße um 21.20 Uhr einige Ostdeutsche ausreisen. Doch danach drängen nur noch mehr an die Schranken.

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Die Mauer wird zur Partymeile

Gegen 23 Uhr spitzt sich die Lage an der Bornholmer Straße zu. Tausende Menschen drücken gegen den Grenzübergang. Schließlich lässt Oberstleutnant Harald Jäger auf eigene Faust die Grenze öffnen. Zwischen 23.30 und 0.15 Uhr strömen alleine hier rund 20.000 Ostdeutsche in den Westteil der Stadt. Bis Mitternacht sind weitere Berliner Grenzposten offen - teilweise von Ost- und West-Berlinern erzwungen. In der Nacht tanzen die Menschen auf der Mauer und dem Kurfürstendamm. Erste Mauerspechte machen sich an die Arbeit. Das Ende der DDR ist nicht mehr aufzuhalten. Der lange Weg der Wiedervereinigung hat begonnen.


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Quelle: t-online.de

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