Im Kampf gegen die Piraten vor Somalia hält die Bundeswehr eine Flotte von 500 Kriegsschiffen für nötig. Nur so könnten weitere Piratenüberfälle am Horn von Afrika effektiv unterbunden werden, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr.
Derzeit kämen die tatsächlich in dem Gebiet operierenden internationalen Seestreitkräfte nur auf einen winzigen Bruchteil dieser Stärke.
Nach Angaben des US-Militärkommandos in Bahrain sei die "Combined Task Force 150" der NATO-Staaten und verbündeter Nationen wie Saudi-Arabien, Pakistan und Japan im Durchschnitt lediglich mit bis zu 15 Kriegsschiffen im Golf von Aden und vor der Küste Somalias vertreten, berichtet die Zeitung. Hinzu kämen gegenwärtig noch ein russisches Schiff, eines aus Indien und eines unter der Flagge Malaysias.
Angesichts dieser Lage unterstützen Politiker der großen Koalition Pläne der Regierung, die Piratenjagd mit bis zu 1400 Soldaten zu verstärken. "Das Mandat sollte nicht auf Kante genäht sein", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold. Es sei gut, bewaffnete Soldaten als Sicherungskommandos zur Abschreckung von Piraten auf Handelsschiffen einzusetzen: "Ich will nicht, dass deutsche Reeder bewaffnetes privates Sicherheitspersonal einkaufen." Das sei eine Sache des staatlichen Gewaltmonopols.
Das Bundeskabinett entscheidet Anfang Dezember über die Beteiligung der Bundeswehr an dem Anti-Piraten-Einsatz der Europäischen Union. Der EU-Einsatz soll am 8. Dezember starten. Derzeit befinden sich 17 Schiffe und mehr als 250 Seefahrer in der Gewalt somalischer Piraten.