Rechts der 20-jährige Eric Breininger, links sein 23-jähriger Begleiter Houssain al-Malla (Quelle: ddp)Das Bundeskriminalamt hat eine öffentliche Fahndung nach zwei terrorverdächtigen Islamisten eingeleitet, die möglicherweise auf dem Weg nach Deutschland oder bereits schon da sind. Dabei handelt es sich nach Angaben eines BKA-Sprechers vom Donnerstag in Wiesbaden um die beiden Verdächtigen Eric Breininger und Houssain al-Malla. Sie sollen sich längere Zeit in Afghanistan aufgehalten haben.
Breininger gelte ab sofort als direkte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit in Deutschland, meldete das ZDF unter Berufung auf Sicherheitskreise. Westlichen Geheimdiensten lägen mehrere Hinweise vor, nach denen der 20-jährige Saarländer aus Pakistan nach Europa, möglicherweise auch schon nach Deutschland, zurückgekehrt sei und sich um die Beschaffung von Sprengstoff bemühe.
Breininger - ein Bundesbürger - hatte vor einigen Wochen in einem Internet-Video mit einem Selbstmordanschlag gedroht. Das BKA rechnet Breininger und den 23 Jahre alten Al-Malla zum Umfeld der sogenannten Sauerland-Gruppe und der von Pakistan aus agierenden Terrorgruppe Islamische Dschihad Union (IJU). Die IJU gilt als Drahtzieher der Anschlagspläne einer vergangenes Jahr im Sauerland ausgehobenen Terrorzelle. Breininger hatte mit einem der drei verhafteten Männer zusammengewohnt und sich nach Erkenntnissen der Ermittler dann ins Ausland abgesetzt. Nach den beiden Männer wird nun unter anderem mit öffentlich ausgehängten Plakaten gesucht.
Breininger und al Malla sind vermutlich auf dem Landweg über die Türkei und den Balkan nach Europa eingereist. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Es bestehe Gewissheit, dass sie sich zuletzt in einem Balkan-Land aufhielten, berichtet das Blatt unter Berufung auf Geheimdienst-Informationen.
BKA bittet um Hinweise
Es gebe aber keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Anschläge oder Vorbereitungen, sagte der BKA-Sprecher. Beide würden möglicherweise von einer dritten Person begleitet. Das BKA erhofft sich von der Fahndung mit Hilfe der Öffentlichkeit Hinweise auf den Aufenthaltsort der Gesuchten.