19.01.2012, 14:27 Uhr | Von Gerd Holzbach, sid
Am Ziel nach 21.000 Kilometern: Politiker Pat Farmer (links) präsentiert am Südpol die Rotkreuz-Flagge (Quelle: AFP)
Nach dem längsten Lauf der Menschheitsgeschichte hat der Australier Pat Farmer am Donnerstag die Rot-Kreuz-Flagge am Südpol gehisst. Der Australier, der im März 50 Jahre alt wird, war gezeichnet von den Strapazen der 21.000 Kilometer, die er seit seinem Start am 8. April 2011 am Nordpol in neuneinhalb Monaten zurücklegte.
"Mein Körper wird die Spuren bis zu meinem Lebensende tragen. Aber das Ziel war mir diese Anstrengung wert", sagte der Ex-Politiker, der durch den Lauf 100 Millionen australische Dollar (rund 81,5 Millionen Euro) für Notleidende der Dritten Welt sammeln will.
"Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind auf diesem Planeten, weil es verdurstet oder wegen mangelnder Hygiene krank geworden ist", sagt Pat Farmer, der neun Jahre vergeblich versucht hatte, als Politiker Dinge zu bewegen, und sich dann für den anderen Weg entschied. Jeder Mensch, den er nach diesem Lauf für seine Zwecke gewinnen will, soll einen Dollar für das in Zusammenarbeit mit dem australischen Roten Kreuz gestartete Projekt zahlen.
Pat Farmer, dessen Frau Lisa 1998 im Alter von 34 Jahren urplötzlich an einem Herzklappenverschluss gestorben war, ließ vergangenen April seine beiden Kinder Brooke (15) und Dillon (14) allein zurück, als er sich auf den großen Weg begab. "Sie stehen hinter meinem Projekt und sind bei Freunden gut aufgehoben", sagte Farmer, der seine Kids in den nächsten Tagen wieder in die Arme schließen will.
"Jeder Schritt, jede Frustration, jeder Moment, in dem ich auf dem Boden lag und nicht mehr weiterlaufen konnte, war es wert, das alles durchzustehen", meinte Pat Farmer, der in den USA 50 Tage lang mit einem Ermüdungsbruch am Bein gelaufen war: "Ich habe viel durchgestanden. Aber das gleiche Schicksal haben auch viele Leute, die ich traf. In Afrika, Osttimor und Südamerika fehlt ihnen sauberes Trinkwasser. Sie leiden unter Durst, Hunger, Flut, Erdbeben und Flächenbränden."
Im Schnitt rannte der Australier täglich unglaubliche 80 Kilometer - ohne einen Tag Pause. Er litt unter Austrocknung wegen Wassermangels, unter Stressverletzungen mit teilweise schier unerträglichen Schmerzen.
Farmer, der nur die Distanzen vom Nordpol aufs amerikanische Festland und von Argentiniens Südspitze zum Südpol durch die Luft überbrückte, erlebte Schneestürme, hatte gefährliche Begegnungen mit Eisbären, Schlangen, Krokodilen, bewaffneten Banditen und aggressiven Milizen.
Er verirrte sich kurzfristig in der Wüste von Peru und wurde beinahe von einem außer Kontrolle geladenen Lastzug über den Haufen gefahren. "Pat Farmer ist eine Inspiration für alle Menschen. Er hat eine unglaubliche Courage und Ausdauer", sagte Robert Tickner, Präsident des australischen Roten Kreuzes, zum spektakulären Unternehmen des Mannes, der schon 2000 vom damaligen Premierminister John Howard als "Australier des Jahres" ausgezeichnet worden war. Damals hatte Farmer, der auf vielen Distanzen Ultra-Weltrekorde hält, drei Millionen australische Dollar (2,4 Mio. Euro) für karitative Zwecke gesammelt.
Von Gerd Holzbach, sid
FrustohneLust schrieb:
am 20. Januar 2012 um 11:41:14
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P.Farmer
Tatsächlich ist es so, daß das RK hohe Verwaltungskosten hat, aber leider ist es auch so, daß das gesammelte Geld den armen
Menschen nur dann hilft, wenn sie es direkt von P.Farmer und nicht über irgendeine Organisation bekommen, und die Subventionspraktiken müßten sofort beendet werden! K.-H. Böhm hat vor vielen Jahren ein Projekt gestartet - jeder 1,-DM für die Hungernden und sich vor Ort gekümmert, nur so hat es Sinn.
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Schwachsinn schrieb:
am 20. Januar 2012 um 11:39:59
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mörderische 80km am Tag,
dann empfinde ich es als Schwachsinn, wenn man sich soetwas antut. 60km am Tag hätten auch gereicht, dann hätte
es halt paar Tage länger gedauert. alle 15 Sekunden stirbt ein Kind, weil es verdurstet oder aus sonstigen hygienischen gründen, da sind die Kinder, die verhungern wahrscheinlich noch nicht einmal mitgezählt. Mich sört die Titulierung " ,,mein Körper wird bis ans Lebensende gezeichnet sein" unpassend, wenn er es für die Kinder gemacht hat.
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Selbstdenkend schrieb:
am 20. Januar 2012 um 10:42:15
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Warum macht jemand das?
Nicht nachvollziehbar ist die Motivation einen sinnlosen umweltverschmutzenden Lauf von Mordpol zum Südpol.
Und
warum soll jemand 100 MIO UDS dafür ausgeben?
Die notleidene Dritte Welt gibt es auchbei uns und übrigens das ist so gewollt von der "westlichen" Welt und den Banken. Lösungen gibt es schon lange nur die Systeme verdienen 100-te von Milliarden mit den Armen und Hungernden. Aber weitere Vermehrungen würden mit 20 MIA Menschen den Sinn schon in Frage stellen - warum 100 MIO USD?
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