Der Berliner Tierschutzverein und das Veterinäramt haben rund 1.500 Vögel aus der qualvollen Enge einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Spandau befreit. Die Wellensittiche wurden am Dienstagabend in mehrere Tierheime in Berlin und Umgebung gebracht. "Dieser dramatische Fall ist leider keine Seltenheit", sagte der Präsident des Tierschutzvereins Berlin, Wolfgang Apel.
Weil die Kapazitäten der Stadt nicht ausreichten, wurden zahlreiche Vögel in Tierheime anderer Städte gebracht. Auch der Verein der Wellensittichfreunde erklärte sich bereit, Tiere aufzunehmen. Allein im Tierheim Berlin verbleiben nach der Rettung über 800 Sittiche.
Apel sagte, die Zahl sogenannter Tiersammler habe in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. "Dabei handelt es sich um Menschen, die zunächst aus Tierliebe heraus Tiere anschaffen, mit der zunehmenden Vermehrung der Tiere aber auch die Kontrolle verlieren und am Ende völlig überfordert sind."
Immer mehr Haustiere werden gerettet
Apel berichtete von weiteren Fällen: In den vergangenen sieben Tagen seien mehr als 160 weitere Tiere - darunter viele Hunde und Katzen, aber auch Ziegen oder Äffchen - aus katastrophalen Verhältnissen in sichere Obhut gekommen. Sie stammten ebenfalls von Privatpersonen aus Berlin-Mitte, Hellersdorf und Spandau. "Im Tierheim Berlin spitzt sich die Situation zu, denn alle Unterkünfte und Katzenstuben sind belegt", sagte Apel. Mit einer solch hohen Zahl von Tieren habe niemand gerechnet.