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1,4 Milliarden Euro - wenn "Stuttgart 21" scheitert

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1,4 Milliarden Euro - wenn "Stuttgart 21" scheitert

16.10.2010, 17:20 Uhr

Nach internen Berechnungen der Bahn käme ein Baustopp bei "Stuttgart 21" dem Unternehmen teuer zu stehen (Foto: dpa)

Nach internen Berechnungen der Bahn käme ein Baustopp bei "Stuttgart 21" dem Unternehmen teuer zu stehen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Nach Informationen des "Spiegel" rechnet die Deutsche Bahn mit 1,4 Milliarden Kosten für das eigene Unternehmen, sollte es in Stuttgart zu einem Scheitern des Großprojektes "Stuttgart 21" kommen. Deshalb wolle Bahn-Chef Rüdiger Grube das Projekt auch durchziehen. Unterdessen versammelten sich am Samstag wieder tausende Demonstranten zu einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

Schon ein Baustopp würde die Deutsche Bahn viele Millionen Euro kosten, so der "Spiegel". Der Konzern müsse beispielsweise weiter für das Bereithalten von Bauleitung, Baukolonnen und deren Maschinen zahlen. Auftragnehmer, so fürchte die Bahn, hätten die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen ihre Verträge zu kündigen.

"Unkalkulierbaren Kostenrisiken"

Dies alles führe zu "unkalkulierbaren Kostenrisiken". Intern schätzt man dem Bericht zufolge in der Konzernspitze, dass das Einfrieren der Arbeiten mit rund 500.000 Euro pro Arbeitstag zu Buche schlagen würde.

Neben den steigenden Kosten sehe die Bahn auch rechtliche Probleme auf sich zukommen: So bestehe bei einem Baustopp die Gefahr, dass Gegner des Vorhabens erfolgreich gegen Planfeststellungsanträge klagen könnten.

Teure Rückabwicklung von Verträgen

Richtig teuer käme nach internen Berechnungen eine Aufgabe des Projekts. Bislang habe "Stuttgart 21", inklusive Planungskosten, bereits 260 Millionen Euro verschlungen. Sollte das Großprojekt kippen, "würden allein für die Rückabwicklung der Grundstücksgeschäfte mit der Stadt Stuttgart, inklusive Zinszahlungen, 744 Millionen Euro fällig", hieß es in dem "Spiegel"-Bericht.

Hinzu kämen Zahlungen für bereits rechtlich verbindlich abgeschlossene Bauverträge in Höhe von 240 Millionen Euro sowie Planungskosten für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm über 170 Millionen Euro. Das mache zusammen über 1,4 Milliarden Euro.

Weniger Demonstranten als erwartet

Derweil haben am Samstag wieder tausende Menschen in Stuttgart gegen das umstrittene Bahnprojekt demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter kamen trotz Regenwetters mehr als 25.000 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz. Die Polizei sprach von 18.000 Teilnehmern. Zuvor hatten die Organisatoren der Proteste bis zu 100.000 Demonstranten erwartet.

Neben Vertretern des Aktionsbündnisses sprachen auf der Kundgebung gegen "Stuttgart 21" auch der Kabarettist Matthias Deutschmann, Loveparade-Erfinder Dr. Motte sowie der Liedermacher Konstantin Wecker. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer dem am Donnerstag überraschend verstorbenen SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer.

"Widerstand muss weitergehen"

Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Gangolf Stocker, begrüßte die am Freitag auf den Weg gebrachten Schlichtungsgespräche und verteidigte die Zugeständnisse an Bahn und Landesregierung. "Hätten wir das nicht gemacht, würde weiter gebaut da unten", sagte er. Zugleich forderte er die Gegner des Projektes auf, in den Protesten nicht nachzulassen: "Der gewaltlose Widerstand muss weitergehen", sagte er.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist "Stuttgart 21", das nach Bahnangaben rund 4,1 Milliarden Euro kosten wird, ein wichtiger Baustein im europäischen Verkehrsnetz. Allerdings müssten die Bürger bei solchen Großprojekten mitgenommen werden. Die Befürworter sollten ihre Argumente deutlicher herausstellen. "Mit dieser Begeisterung muss man auch zu den Menschen gehen und muss sie überzeugen."



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Quelle: dapd

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Kommentare (10)

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Thema: "1,4 Milliarden Euro - wenn "Stuttgart 21" scheitert"

Spyki schrieb: am 16. Oktober 2010 um 16:47:19
(0) (0) Baustopp-Kosten ?
Wenn man noch mehr leute wie Herr Trittin auftreten würden. Mit Gerechtigkeitskalkulationen. Bisher war es meist so, wenn
Gelder eingeplant wurden für Bauvorhaben, dass es Nachbesserungen in hohen Summen gab. Siehe damals Autobahn Berliner Ring. Erst war alles schnell fertig später bröselte der Beton eine Ewigkeitsbaustelle mit kontinuierlichen Einkünften. So wird es auch mit dem Projekt Stuttgart u. anderen. Ein Gutachten nach dem andern ist einträglich für die die es falsch prüfen u. mehr.
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Beobachter schrieb: am 16. Oktober 2010 um 16:43:32
(0) (0) Radikale Änderung der Pläne
Warum wurden nicht vom Anfang an verschiedene Möglichkeiten (!) eines S21 mit ehrlichen Kostenplanungen der
breiten Bevölkerung in den Medien offengelegt, auch die Kosten für die Stadt Stgt. (!) beim Kauf des Geländes? Bei Einrichtung einer ICE-Station Flughafen/ Messe in Weiterführung vom Bahnhof aus ähnlich unterridisch wie die S-Bahn-Trasse, doch Beibehaltung des Kopfbahnhofs für den Regional- und Güterverkehr als kostengünstigere Lösung für Stuttgart? Denn das Bahngelände braucht Stgt. nicht
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schwalbe schrieb: am 16. Oktober 2010 um 16:36:48
(0) (0) S 21
Ach ja! Mit diesem Geld hätte man den modernisierten Kopfbahnhof bei besserer Leistungsfähigkeit umsetzen können.

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