28.09.2010, 13:21 Uhr | DDP
Kiel (dapd-nrd). Die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) rechnet für das kommende Jahr mit einer Finanzierungslücke der Krankenhäuser des Landes von 35 bis 40 Millionen Euro. Bereits im vergangenen Jahr habe jede fünfte der 82 Kliniken des Landes rote Zahlen geschrieben, sagte die KGSH-Vorsitzende Petra Thobaben am Dienstag in Kiel. Hauptgrund ist die nach Ansicht der KGSH zu niedrige Fallpauschale für Schleswig-Holsteins Kliniken. Das Land weist mit 2.855 Euro im Bundesländervergleich für 2010 den zweitniedrigsten Wert auf.
"Wir steuern auf einen Insolvenz-Kollaps zu", sagte Thobaben. Derzeit sind in Schleswig-Holstein noch 13 Krankenhäuser in öffentlicher Hand. Der zuständige Fachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Steffen Kühhirt, rechnet in den kommenden Jahren mit einer weiteren Privatisierungswelle.
Zusätzlich erschwert ein Fachkräftemangel die Situation der Kliniken. Nach KGSH-Angaben sind durchschnittlich zwei bis drei Arztstellen pro Einrichtung nicht besetzt. Landesweit fehlen den Kliniken rund 170 Ärzte. Thobaben befürchtet deshalb langfristig Versorgungsengpässe in den Krankenhäusern.
Mit einer aktiven Mittagspause wollten noch am Dienstag Beschäftigte an neun Standorten unter anderem in Kiel, Heide, Rendsburg und Itzehoe für eine bessere Finanzierung der Kliniken protestieren. ver.di rechnete mit bis zu 1000 Teilnehmern. Insgesamt beschäftigen die 82 Einrichtungen im nördlichsten Bundesland 33.000 Menschen.
dapd
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