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"Wer uns angreift, wird bekämpft"

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"Wer uns angreift, wird bekämpft"

24.06.2009, 12:41 Uhr

Immer wieder werden deutsche Soldaten in Afghanistan angegriffen (Foto: AP) Immer wieder werden deutsche Soldaten in Afghanistan angegriffen (Foto: AP)

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) setzt beim Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan weiterhin nicht allein auf militärische Mittel. Nur eine Kombination von militärischer Sicherheit und Wiederaufbau könne das Vertrauen der Menschen gewinnen, sagte Jung im ZDF.

"Wir sind dort keine Besatzer." Leider gebe es "Situationen, wo unsere Soldaten auch kämpfen müssen", sagte er nur wenige Stunden nach dem Tod von drei Bundeswehrsoldaten bei einem Feuergefecht mit Taliban bei Kundus in Nord-Afghanistan.

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Ziel ist langfristige Stabilisierung

Er will trotz der sich verschärfenden Sicherheitslage in Afghanistan aber weiterhin nicht davon sprechen, dass sich die Bundeswehr in dem Land im Krieg befindet. "Wir würden, wenn wir nur über Krieg sprechen, uns nur auf das Militärische konzentrieren. Und genau das wäre der Fehler", sagte Jung im ARD. Die Soldaten müssten laut Jung vier wichtige Funktionen erfüllen in diesem Einsatz: "Kämpfen, schützen, helfen und vermitteln". So könne ein langfristiger Stabilisierungsbeitrag für Afghanistan erreicht werden. Dies diene letztlich auch der Sicherheit in Deutschland, weil man dort terroristische Aktivitäten zurückdrängen könne. "Wer uns angreift, der muss wissen, dass er auch bekämpft wird", fügte Jung hinzu.

Wehrbeauftragter: Krieg wird verdrängt

Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, kritisierte, dass in der Öffentlichkeit "noch immer verdrängt" wird, dass die Bundeswehr am Hindukusch Krieg führe. "Ich frage mich: Wo bleibt das klare Wort der Kirchen, der Gewerkschaften, der Wirtschaft", sagte Robbe der "Bild"-Zeitung. Ein klares Bekenntnis wäre "ein Zeichen menschlicher Zuwendung". Robbe sprach sich trotz des erneuten Angriffs für die Weiterführung des Einsatzes aus. "Wir müssen den Menschen sagen, warum dieser Einsatz, warum diese Feuergefechte, notwendig sind. Jetzt abzuziehen würde bedeuten: Alles war umsonst."

Drei junge Soldaten sind starben

Drei Bundeswehrsoldaten waren am Dienstag in Nord-Afghanistan bei einem Feuergefecht mit Aufständischen in ihrem Panzer ums Leben gekommen. Eine Patrouille wurde nahe der Stadt Kundus von Terroristen angegriffen. Beim Rückwärtsfahren kam dabei ein Bundeswehr- Transportpanzer Fuchs von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Drei Soldaten starben, weitere drei Männer wurden mit akuten Belastungsstörungen ins Lager Kundus gebracht, berichtete die Bundeswehr. Bei den drei gefallenen Soldaten handelt es sich um Männer im Alter zwischen 21 und 23 Jahren aus den Standorten Bad Salzungen in Thüringen und Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Nach Informationen von "Focus online" hatten die Soldaten ihren Dienst in Afghanistan erst vor kurzem angetreten.

"Einsatz ist richtig"

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), wies Überlegungen für eine veränderte Afghanistan-Strategie zurück. "Über grundlegende strategische Änderungen sollte man keineswegs ad hoc entscheiden", sagte Erler der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Der Einsatz ist richtig. Und wir sind mit den Amerikanern in engem Dialog, wie er noch wirksamer werden kann", fügte der Staatsminister hinzu.


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Quelle: dpa

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