07.10.2011, 11:18 Uhr
Es hört sich an wie aus einem Horrorfilm: Beißende, haarige Ameisen fallen zu Millionen ein. Gift hält sie nur für einen Tag zurück, dann kommen neue Kolonien mit ihren Babys. Steht man im Freien, sind die Schuhe in Sekundenschnelle von ihnen übersät.
Die "verrückte karibische Ameise", auch "Crazy Rasberry Ant" genannt, ist in Florida, Texas, Mississippi und Louisiana auf dem Vormarsch. In Texas haben die haarigen Insekten Häuser und Fabriken befallen, sind in Städten und auf dem Land zur Plage geworden. Sie bevölkern Frachtcontainer, Heuballen, Topfpflanzen, Motorräder und Pickups und breiten sich so im ganzen Land aus.
Die Ameise, so groß wie ein Floh, wird als verrückt bezeichnet, weil sie sich so aberwitzig schnell fortbewegt. Eine solch rasante Geschwindigkeit kennt man von der "normalen" Feld- und Wiesenameise nicht - höchstens auf Videoaufnahmen, wenn man auf Schnellvorlauf drückt. Befallen die "Crazy Rasberry Ants" ein elektronisches System, können sie Kurzschlüsse auslösen, ja sogar eine ganze Fabrik außer Gefecht setzen.
So geschehen in Texas, wo ein Computersystem einer Chemiefabrik zwei Mal in 35 Tagen von den Insekten lahmgelegt wurde. Jetzt habe man die Viecher unter Kontrolle, sagt Kammerjäger Tom Rasberry, nach dem die Ameisen auch benannt sind. Rasberry entdeckte die ersten Ameisen dieser Art bereits im Jahre 2002 im texanischen Houston. Seither setze man in dieser Chemiefabrik auf den sogenannten Overkill, weil so viel auf dem Spiel stehe, erklärt Rasberry: Wenn das Computersystem ausfalle, könne das die ganze Chemiefabrik lahmlegen, was Millionen kosten würde.
Im Gegensatz zu anderen Arten muss man bei diesen Ameisen den Overkill anwenden. Der Insektenkundler Roger Gold, Professor an der Texas A&M University, sagt, wenn man 100.000 "Crazy Rasberry Ants" vernichte, kämen Millionen nach. Er habe mal einen Test gemacht und ein Ameisenbekämpfungsmittel auf 0,2 Hektar Land verteilt. Nach 30 Tagen sei die gesamte Fläche von einer fünf Zentimeter hohen Schicht aus toten Ameisen bedeckt gewesen. Es habe ausgesehen, als ob die tote Masse in ständiger Bewegung sei wegen all der neuen Ameisen, die über sie hinweg gekrabbelt seien. Werde eine Ameise durch einen Stromschlag getötet, löse ihr Tod einen chemischen Reiz aus. Die Kolonie fühle sich bedroht und greife an, sagt Gold. "Andere Ameisen eilen herbei. Binnen kurzem hat man einen Ball von Ameisen."
Exemplare dieser Gattung kamen ursprünglich vermutlich aus Südamerika, wurden Ende des 19. Jahrhunderts aber auch in der Karibik gesichtet. In Amerika breiten sie sich immer weiter aus: In Florida gab es im Jahre 2000 Ameisen dieser Art in nur fünf Landkreisen, heute in 20. In Texas gibt es sie mittlerweile in 18 Landkreisen, in Mississippi in zwei und in Louisiana mindestens in einer Gemeinde.
In Texas wurden vorübergehend zwei Chemikalien zu ihrer Bekämpfung zugelassen, andere Staaten überdenken derzeit, wie sie der Plage Herr werden können.
Das einzig Gute ist, dass sie eine andere Pest ausmerzen: Feuerameisen. Für die Menschen in den betroffenen Gebieten ist das nur ein schwacher Trost.
Quelle: dapd
Ameisenbär schrieb:
am 5. Oktober 2011 um 21:17:01
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Ameisen
Hm, lecker, da werden sie ja auch bald in Europa sen, wie die ekligen Schnecken.
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W.H. schrieb:
am 5. Oktober 2011 um 21:11:06
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Verrückte Ameisen
Die Macht der Kleinen !!
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TPI Verlag schrieb:
am 5. Oktober 2011 um 21:09:01
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@ nu
Ich hoffe Sie beziehen das jetzt nur auf fremde Tierarten ;-)
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