13.10.2011, 09:03 Uhr
Umar Farouk Abdulmutallab, bekannt als der "Unterhosenbomber", gibt die Anschlagspläne zu (Quelle: dpa)
Der als "Unterhosenbomber" bekannte Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hat sich überraschend schuldig bekannt. Abdulmutallab erklärte am Mittwoch vor einem US-Bundesgericht in Detroit, an Weihnachten 2009 mit einem in seiner Unterhose eingenähten Sprengsatz einen Terroranschlag auf ein Passagierflugzeug versucht zu haben. An Bord der Maschine hatten fast 300 Menschen gesessen.
Richterin Nancy Edmunds verlas alle acht Angeklagepunkte, in jedem Fall antwortete Abdulmutallab mit "Ich bekenne mich schuldig". Zuvor hatte der 25-jährige Nigerianer seine Schuld stets abgestritten und darauf beharrt, dass über Muslime nur auf Grundlage des Korans gerichtet werden dürfe. Zum Auftakt der Verhandlungen am Dienstag hatte Abdulmutallab, der sich selbst verteidigen wollte, auf ein Eröffnungsplädoyer verzichtet.
Abdulmutallab hatte den Sprengsatz am 25. Dezember 2009 an Bord eines Fluges von Amsterdam nach Detroit geschmuggelt. Die Zündung schlug aber fehl, es brach lediglich ein kleines Feuer aus. Passagiere konnten den Nigerianer überwältigen. Die Anklage wirft Abdulmutallab vor, im Auftrag des Terrornetzwerks Al-Kaida gehandelt zu haben. "Seine Mission, sein Ziel, sein einziger Grund für seine Anwesenheit auf Flug 253 war, diesen in die Luft zu sprengen", sagte Staatsanwalt Jonathan Tukel.
Tukel hatte den Geschworenen auch Ausschnitte eines Märtyrer-Videos gezeigt, das Abdulmutallab angeblich vor dem versuchten Anschlag im Jemen aufgenommen haben soll. Der Nigerianer soll mit dem radikalen Prediger Anwar al-Aulaqi in Kontakt gestanden haben, der als führender Kopf von Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel galt und Ende September bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff im Jemen ums Leben gekommen war. Der Staatsanwaltschaft zufolge verleiteten Aulaqis Internet-Videos Abdulmutallab dazu, sein Studium abzubrechen und sich dem "gewalttätigen Dschihad" anzuschließen.
Abdulmutallabs Auftreten im Gerichtssaal war am Mittwoch ruhig und respektvoll. Bei der Auswahl der Jury in der vergangenen Woche hatte er noch lautstark den Tod Aulaqis und bei einer Anhörung zuvor die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch US-Elitesoldaten Anfang Mai bestritten. Dies hatten den Eindruck erweckt, Abdulmutallab könnte den Prozess vor allem als Bühne für seine radikalen Ansichten nutzen. Bei einem Schuldspruch droht dem Nigerianer lebenslange Haft.
Quelle: AFP
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