08.08.2011, 00:19 Uhr
Stuttgart-21-Gegener sind nach einer aktuellen Umfrage in der Minderheit (Foto: imago)
Das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" findet in der Bevölkerung eine klare Mehrheit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Freien Universität Berlin. Demnach befürworten - ähnlich wie in früheren Untersuchungen - rund 50 Prozent der Befragten das Projekt, 35 Prozent sind dagegen, 15 Prozent unentschieden.
Im Großraum Stuttgart liegt die Zahl der Befürworter mit 58 Prozent sogar noch etwas höher. Große Differenzen zeigen sich dabei unter den Anhängern der verschiedenen Parteien. So finden 73 Prozent der CDU-Anhänger die Verlegung des Bahnhofes richtig, bei den SPD-Sympathisanten liegt der Wert bei 51 Prozent, bei den Grünen bei 25 Prozent.
Die besten Chancen werden allerdings dem Kompromissvorschlag des Schlichters Heiner Geißler (CDU) zugestanden. Danach soll der Fernverkehr unter die Erde verlegt werden, die Regionalbahnen sollen weiter im Kopfbahnhof verkehren. 69 Prozent der Befragten sprachen sich für eine ernsthafte Verhandlung des Vorschlages aus.
"Konfrontation, Erschöpfung und Friedenssehnsucht sind näher beieinander, als manche wahrhaben wollen", kommentierte Prof. Peter Grottian die Ergebnisse. "Alle wollen den Mühlstein Stuttgart 21 irgendwie mit Anstand vom Halse haben."
Der Geißler-Vorschlag findet den Rückhalt von 51 Prozent der Befragten. Selbst unter Anhängern von CDU und FDP hat das Modell eine knappe Mehrheit, jeweils von 44 zu 42 Prozent. Dass darüber verhandelt werden soll, meinen 69 Prozent.
Grottian selbst räumte dem Geißler-Vorschlag gute Chancen ein. Er hole die SPD ins Boot und erlaube der Bahn, ihr Gesicht zu wahren. Und auch die CDU könne davon profitieren. "Die Bundeskanzlerin hat das doppelt listige Geschenk von Geißler noch nicht erkennbar verstanden: In Stuttgart Frieden zu stiften und eine prinzipienfeste Machtoption für Schwarz-Grün möglich zu machen".
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte erneut zu, Geißlers Vorschlag auf seine Tragfähigkeit prüfen zu lassen. Die Landesregierung nehme den Vorschlag "sehr ernst", sagte Kretschmann der "Welt am Sonntag". Allerdings werde an den Verfahren, wie sie vor dem Vorschlag Geißlers beschlossen wurden, einstweilen nichts geändert.
Grünen-Parteichef Cem Özdemir machte unterdessen den Gegnern des Projekts Hoffnung, dass der Bahnhofsbau noch verhindert werden kann. "Die Messe ist noch nicht gelesen", sagte Özdemir dem "Tagesspiegel am Sonntag". Das Projekt müsse weiter geprüft werden. Özdemir verwies einschränkend darauf, dass die Grünen in Stuttgart mit der SPD regierten, die das Projekt befürwortet.
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Quelle: AFP , dpa
Herman de Wilde schrieb:
am 7. August 2011 um 18:35:38
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S21
Hier kommentieren nur Könner und andere Experten, die von einem Tiefbahnhof viel verstehen. Auf die Idee, dass es hier nur um
Immobilien-spekulation geht, die über die Publikationsorgane gesteuert wird liegt doch wohl auf der Hand. Also Friede den Befürwortern und Gegenern von S21.
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Stuttgarter schrieb:
am 7. August 2011 um 18:35:38
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Projektgegner
Noch ist nicht aller Tage Abend - wir werden nicht aufhören gegen dieses Projekt zu protestieren. Die Bahn sollte mit dem
Geld mal endlich die maroden Strecken in der Fläche sanieren und die dortigen verschlampten Bahnhöfe renovieren und für deren Unterhalt sorgen. Die Argumentation besser S21 als das Geld ins Ausland ist unsinnig wie Haushaltspolitisch falsch.
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Helle schrieb:
am 7. August 2011 um 18:33:19
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Umfrage?
Was interessiert mich die Meinung meiner Nachbarn?Ich lass mir doch nicht von denen vorschreiben mir ein Auto zu kaufen wenn ich
lieber mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren will.Diese Umfrage ist reiner psychologischer Schwachsinn.
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