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Schillernde Geschichte der Verbrechensbekämpfung
28.07.2008, 08:19 Uhr | Von Gabriele Chwallek, dpa
Seit 100 Jahren sind Agenten des FBI im Einsatz gegen alle Formen der organisierten Kriminalität (Quelle: imago)Bonny und Clyde, John Dillinger oder der "Unabomber". Das FBI hatte schon mit vielen legendären Figuren der Kriminalgeschichte zu tun - meist mit dem besseren Ende für sich. Die Geschichte der US-Bundespolizei ist aber auch reich an Pannen und Skandalen. Am Samstag wird die berühmteste Polizeibehörde der Welt 100 Jahre alt.
Zum Jubiläum betont das Federal Bureau of Investigation, kurz FBI, natürlichdie Erfolge. Seine Geschichte der Verbrechensbekämpfung ist tatsächlich oft stolz, auf jeden Fall ist sie schillernd.
Foto-SerieDie legendären Fälle des FBI
Vom Bankräuber bis zum Rechtsextremisten
Da war die Jagd auf Bonnie und Clyde, das wohl bekannteste Gangster-Duo aller Zeiten, auf den mörderischen Bankräuber John Dillinger und seine Bande, auf "Pretty Boy" Floyd und auf Bruno Hauptmann, den mutmaßlichen Entführer und Mörder des Lindbergh-Babys in den 30er Jahren. Es gab den "Unabomber" Theodore Kaczynski, der aus Technologiefeindlichkeit 17 Jahre lang (von 1978 bis 1995) Mitarbeiter von Universitäten und Airlines terrorisierte, und den Rechtsextremisten Timothy McVeigh, der 1995 das Bundesgebäude in Oklahoma in die Luft jagte und 168 Menschen tötete.
Eklatante Fehler angelastet
Bereits zwei Jahre davor, so heißt es auf einer FBI-Webseite, war der internationale Terrorismus "auf US-Boden angekommen" - in Form einer mächtigen Bombenexplosion in der Tiefgarage des New Yorker World Trade Centers. Das FBI fasst den mutmaßlichen Hauptdrahtzieher Ramsi Jussef und Mitverschwörer. Aber dann kommt achteinhalb Jahre später der 11. September, ein dunkler Tag besonders auch für das FBI, dem wie dem Geheimdienst CIA eklatante Fehler angelastet werden.
Von einer Spezialeinheit zur Bundesbehörde
Die wechselvolle FBI-Geschichte begann mit einer kleinen Spezialeinheit von 34 Agenten, die der damalige Justizminister Charles J. Bonaparte am 26. Juli 1908 schuf. "Bureau of Investigation" - Büro für Ermittlungen - wurde die Gruppe zunächst genannt. Erst 1935 kam das Wort "Federal" für Bundesbehörde hinzu.
Ganze Bandbreite des Verbrechens
Heute hat das FBI
gut 30.000 Mitarbeiter, etwa 12.000 davon sind Spezialagenten, das heißt Ermittler. Zuständig ist die Bundeskriminalpolizei mit ihrem Motto "Fidelity, Bravery, Integrity" (Treue, Mut, Integrität) für Verstöße gegen alle Bundesgesetze und für Verbrechen, in deren Zuge Staatsgrenzen innerhalb der USA überschritten werden. Die Bandbreite reicht von organisierter Kriminalität über Terrorismus, Spionage, Kidnapping, Banküberfällen und Verstößen gegen Kartellgesetze bis hin zu Hypothekenbetrügereien.
Dunkle Kapitel
Bieten viele Teile der Geschichte den Stoff, aus dem Heldenfilme sind, so gibt es eine Reihe von Kapiteln, über die man zum Jubiläum nicht gern spricht. Dazu gehören Jahre in der Amtszeit von Direktor J. Edgar Hoover (1924-1972), in denen im Zuge der Jagd auf kommunistische "Staatsfeinde" unschuldige Bürger ausgespäht wurden, das FBI die Anti-Vietnamkriegsbewegung unterwanderte und sogar Präsidenten beschnüffelte. In die Kritik geriet das FBI
auch wiederholt wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung - etwa 1992 bei der Belagerung des Anwesens eines Rechtsextremisten in Ruby Ridge und dann ein Jahr später beim Sturm auf die Ranch der Davidianer-Sekte in Waco (Texas) mit 80 Todesopfern.
Schwere Vorwürfe
Auch die Liste der Pannen ist lang. So spionierte FBI-Topagent Robert Hansson 15 Jahre lang für Moskau, bevor er 2001 festgenommen wurde. Nach dem Bombenanschlag 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta verfolgte die Bundespolizei lange Zeit einen Unschuldigen. Am schwersten wiegen aber die Vorwürfe, das FBI-Hauptquartier hätte 2001 Hinweise auf die Pilotenausbildung der Attentäter vom 11. September ignoriert.
Mangelnde Kommunikation im "eigenen Laden"
In Untersuchungen wurde dies auf das Fehlen von strategischem Weitblick zurückgeführt. Mangelnde Kommunikation im "eigenen Laden" und mit dem Geheimdienst CIA kamen hinzu. Schon zuvor war dem FBI völlige technische Überalterung angelastet worden - trotz ausreichender finanzieller Ausstattung.
Größere Vollmachten
Der 2001 berufene Direktor Robert Mueller hat inzwischen intensiv daran gearbeitet, diese Mängel zu beseitigen. Zugleich hat das FBI seit den Anschlägen 2001 auch mehr Vollmachten für Spähaktionen gegen Terrorverdächtige im eigenen Land erhalten. Und Bürgerrechtler zweifeln nicht daran, dass diese auch voll ausgeschöpft werden.
Quelle: dpa
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