26.09.2011, 08:27 Uhr
Papst hat "historische Chance vertan" Enttäuschung über fehlendes Entgegenkommen bei Ökumene.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat eine gemischte Bilanz des Treffens mit Papst Benedikt XVI. gezogen. Er sei nicht zufrieden, weil weiter wichtige Fragen der Klärung bedürften, sagte er nach dem Spitzengespräch der beiden großen Kirchen in Erfurt. Nach Ansicht von Thüringens Vize-Ministerpräsident Christoph Matschie (SPD) hat der Papst mit seiner Predigt im Erfurter Augustinerkloster eine historische Chance vertan.
"Viele Menschen hatten sich vom Papst klare Worte zum künftigen Weg der Kirchen, zu ihren Gemeinsamkeiten erhofft", sagte Matschie. Diese Erwartungen seien enttäuscht worden. Auch bei wichtigen Fragen wie dem Umgang der katholischen Kirche mit Themen wie Verhütung und Aids, Frauenrechten oder mit Geschiedenen sei der Papst Antworten schuldig geblieben, kritisierte Matschie.
"Wenn ein Papst nach drei Jahrzehnten theologischer Debatten nach Erfurt kommt, muss man mehr erwarten", sagte der thüringische Bildungsminister, der selbst evangelischer Theologe ist. Statt dessen sei eine weitere Enttäuschung hinzu gekommen.
EKD-Chef Schneider übte jedoch nicht nur Kritik an dem Gespräch mit Benedikt, sondern betonte auch, er sei zugleich zufrieden mit dem Treffen, weil es "sehr ernst, tief und geschwisterlich" gewesen sei. Schneider forderte jedoch mehr Anstrengungen für Paare mit unterschiedlicher Konfession. "Die reale Lebenssituation der Menschen muss diese Frage antreiben und bestimmen." Der katholische Kardinal Kurt Koch sagte dagegen, dass die geforderte Abendmahlgemeinschaft nach katholischem Verständnis ohne Kirchengemeinschaft schwer vorstellbar sei.
Schneider betonte die Hoffnung, dass die beiden Kirchen auf dem Weg zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zu mehr vertrauensvoller Gemeinsamkeit und aktivem Zusammenwirken finden. Der Papst hatte zuvor bei den Spitzentreffen beider Kirchen in Erfurt Hoffnungen auf eine schnellere Annäherung von katholischer und protestantischer Kirche einen Dämpfer versetzt.
Schneider begrüßte ausdrücklich die Würdigung des Reformators Martin Luther durch Papst Benedikt XVI. "Ich freue mich sehr, dass Papst Benedikt XVI. das grundsätzliche Anliegen der Theologie Martin Luthers so prominent herausgestellt (...) hat", sagte der EKD-Vorsitzende.
Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) bedauerte, dass Benedikt XVI. in Erfurt nicht auf die 500-Jahr-Feier der Reformation 2017 eingegangen ist. "Der Papst hat sich bei dem heutigen Gespräch leider nicht konkret zum Reformationsjubiläum geäußert", sagte der Leitende Bischof der VELKD, Johannes Friedrich. Für die Ökumene in Deutschland sei das Thema allerdings unverzichtbar.
Die Lutheraner hofften daher auf ein deutliches Zeichen der Deutschen Bischofskonferenz. Der Besuch des Papstes habe gezeigt, dass der Gesprächsfaden nicht abreiße, sagte Friedrich: "In der Summe war es ein offenes, freundliches und auf eine ökumenische Zukunft gerichtetes Gespräch."
Heiliger Vater würdigt das "Klima des Respekts und des Vertrauens" zwischen Katholiken und Muslimen in Deutschland. zum Video
Die Frage nach einer gemeinsamen Teilnahme konfessionsverschiedener Ehepartner an der Kommunion sei zwar offen geblieben. Der Münchner Landesbischof betonte aber: "Ich habe das so erwartet. Die deutschen katholischen Bischöfe könnten nach katholischem Kirchenrecht in dieser Sache längst selbst entscheiden, wie dies bereits die australische und die kanadische Bischofskonferenz getan haben." Er hoffe, dass der Papst "intern die deutschen Bischöfe dazu ermuntert, einen entsprechenden Beschluss zu fassen". Die VELKD ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Sie repräsentiert rund zehn Millionen Protestanten.
Das Treffen zwischen Papst und Vertretern der Evangelischen Kirche fand in jenem Augustinerkloster in Erfurt statt, in dem der Reformator Luther (1483-1546) vor rund 500 Jahren als Mönch gewirkt hatte. Die Bereitschaft des Vatikans zu einem Treffen an diesem Ort wird als versöhnliche Geste gesehen.
An der Messe im Berliner Olympiastadion nahmen neben Wulff und Merkel auch zahlreiche Regierungsmitglieder teil. zum Video
Quelle: AFP , dapd , dpa
Fiffi schrieb:
am 23. September 2011 um 21:38:42
(53)
(13)
Es stimmt nicht . .
, denn er konnte keine große Erwartung haben, da der Papst den Besuch niemals zum Anlass einer neuen Zusammenarbeit geben kann.
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Zumi schrieb:
am 23. September 2011 um 21:37:10
(53)
(21)
Ich
wie kann man jemanden nach Hause jagen der gerade nach Hause kam.
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Henry Schmitt schrieb:
am 23. September 2011 um 21:35:22
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(55)
Papst-historische Chance
""Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt! (Martin Luther) Schauts Euch doch mal an,
was da jetzt fuer ein Geschaeft gemacht wird ! (Benedictus Wein usw.) Hatte Jesus die Haendler und Geldwucherer nicht aus dem Tempel verjagt ?
Der Vatikan: heute Anteilseigner des FIAT-Konzerns, der neben Autos auch Panzer und Kanonen herstellt...
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