25.01.2012, 11:14 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
München/Hamburg (dpa) - Der britische Verleger Peter McGee will nun doch auf die Veröffentlichung von Passagen aus Hitlers Buch "Mein Kampf" verzichten.
Die Auszüge aus dem Machwerk des Diktators, die McGee an diesem Donnerstag in einer Extra-Broschüre seiner Wochenzeitung "Zeitungszeugen" beilegen will, würden unleserlich erscheinen - nicht geschwärzt, aber mit einer Art Nebel überzogen. Nur der zugehörige Kommentar solle lesbar sein, die Originalpassagen aus dem Buch nicht, schreibt McGee in einem Brief an seine Kunden. McGee will damit verhindern, dass das bayerische Finanzministerium, das die Urheberrechte an dem Buch hält, die Exemplare am Kiosk beschlagnahmt.
Das Ministerium, das als Rechtenachfolger des Eher-Verlags der Nationalsozialisten die Urheberrechte an "Mein Kampf" geerbt hat, hatte am Dienstag gerichtliche Schritte angekündigt. Zu der neuen Ankündigung des Verlages wollte sich ein Sprecher am Mittwoch zunächst nicht äußern. Es werde jetzt Gespräche mit den Anwälten geben.
So lange das juristische Verfahren laufe, wolle McGee die Auszüge aus dem Buch nicht mit seiner Wochenzeitung veröffentlichen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Hauptveröffentlichung nicht in Gefahr bringen." Vor rund drei Jahren hatte das bayerische Finanzministerium schon einmal Publikationen der "Zeitungszeugen" am Kiosk beschlagnahmen lassen. Auch damals ging es um die Frage der Urheberrechte. McGee wehrte sich vor Gericht und gewann gegen den Freistaat in zwei Instanzen. "Die Aktion der Staatsregierung hat unserem Ruf sehr geschadet", betonte McGee. Auch finanziell sei der Schaden groß gewesen. Das wolle er nicht noch einmal erleben.
Dieses Mal ist die rechtliche Lage allerdings eine andere. Im Fall der Publikationen von 2009 - damals handelte es sich um den kommentierten Nachdruck von Nazi-Zeitungen - war das Urheberrecht bereits erloschen. Bei "Mein Kampf" ist das erst im Jahr 2015 der Fall, 70 Jahre nach Hitlers Tod. McGee beruft sich diesmal auf das Zitierrecht. Schließlich wolle sein Verlagshaus Albertas Limited nur Ausschnitte veröffentlichen, nicht das ganze Buch. "Wir müssen nicht bis 2015 warten", betonte er.
Seiner Ansicht nach ist es längst an der Zeit, Hitlers Pamphlet auch in Deutschland lesen zu können. "Ausgerechnet in Deutschland ist es zu einer bizarren Mystifizierung diesen ekelhaften Buches gekommen. Und das liegt einzig und allein daran, dass man es hier nicht lesen darf."
Gegen seine Pläne hatte es auch von anderen Seiten Protest gegeben. Die Präsidentin der Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, befürchtet Profitgier als Motivation für das Projekt. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wandte sich gegen die Veröffentlichung.
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Quelle: dpa
Arbeitsschaf D-08/15/2012 schrieb:
am 25. Januar 2012 um 15:32:12
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Bücherverbrennung und Index
Unsere Obrigkeit scheint uns mündigen Bürgern nicht zuzutrauen, selber zu entscheiden, ob dieses bizarre
Machwerk eines größenwahnsinnigen Massenmörders zum Herrenmenschen führende Literatur oder altes Klopapier mit Gebrauchsspuren ist. Ich dachte immer, wie leben in einer Demokratie mit vielen Freiheiten. Die jedoch werden bei uns ständig eingeschränkt. Warum wohl ? Sind wir Deutschen besonders anffällig für die Rasseideen von Hitler ? Oder fürchten die neuen Herrscher um ihre Macht ?
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Politolix schrieb:
am 25. Januar 2012 um 13:08:36
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mein kampf
Habe keine Ahnung was drin steht, werde aber das Gefühl nicht los,dass man unsere Großeltern/Eltern schont mit der
Geheimniskrämerei.
Für diese Generation war es ja wohl eine Art von Pflichtlektüre!
Ich denke, dass man nach dem Lesen den Kopf schütteln und sich noch ernsthafter fragen wird :Wie konnte man auf den Mann und sein Umfeld nur reinfallen!Wahrscheinlich muss man in der Zeit gelebt haben um das zu verstehen.Uns genügt daraus zu lernen,Rückschlüsse zu ziehen und das sollten wir auch tun!
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Taranis64 schrieb:
am 25. Januar 2012 um 12:38:48
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Mein K(r)ampf
Du liebe Zeit: Dieses Machwerk kann man heute bereits in der kommentierten deutschen Fassung lesen. Wo ist das Problem? Sich
darüber aufregen, daß die Jugendlichen nicht mehr wissen, was Auschwitz ist, aber hier offene Zensur betreiben. Dann gebt den Leuten auch die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren. Dieses "Buch" legt man freiwillig alle drei Seiten wieder weg. Stilistisch schlecht und der Inhalt hanebüchener Unsinn.
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