Von Friederike Steinberg
Auch Fische können seekrank werden (Foto: imago)Sie torkeln, drehen sich um die eigene Achse und übergeben sich zuletzt: Die Rede ist - kein Scherz - von seekranken Fischen. Auch diese Wasserbewohner, an ein normales Auf und Ab gewöhnt, können in Extremsituationen die Seekrankheit erleiden, erklärt Jürgen Brater in seinem "Lexikon der verblüffenden Erkenntnisse".
In Versuchen seien Fische in einen Zustand der Schwerelosigkeit versetzt worden, berichtet der Mediziner und Biologe. Dabei sei, wie bei Passagieren in der Kajüte eines schaukelnden Schiffs, der Gleichgewichtssinn der Tiere durcheinander geraten - mit ähnlichen Folgen. Auch Aquariumfische könnten beim unsanften Transport in der Plastiktüte vom Laden nach Haus seekrank werden.
In dem Lexikon hält der Autor weitere überraschende Fakten aus den Bereichen Wissenschaft, Technik und Natur bereit. So ist es zum Beispiel weitgehend unbekannt, dass es anderthalb-eiige Zwillinge gibt. Diese sind eine seltene Mischform aus ein- und zweieiigen Zwillingen: Eineiige Zwillinge entwickeln sich, wenn sich eine befruchtete Eizelle in einem frühen Entwicklungsstadium teilt. Sie sind genetisch identisch, also Klone. Zweieiige entstehen, wenn zwei mütterliche Eizellen gleichzeitig von Spermien befruchtet werden. Die Kinder sind nichts anderes zeitgleich entstandene Geschwister.
Zwillinge: Neben ein- und zweieiigen gibt es anderthalb-eiige (Foto: imago)
Amerikanische Forscher hätten allerdings Zwillinge aufgetan, schreibt Jürgen Brater in seinem Buch, bei denen es offenbar nur eine mütterliche Eizelle gegeben habe, die jedoch von zwei Spermien befruchtet worden sei. Entsprechend bekamen die gezeugten Kinder von der Mutter her dieselbe genetische Information, vom Vater jedoch verschiedene.
In seinem Buch beschreibt Brater auch eine interessante Sinnestäuschung - dass nämlich rote Autos lauter zu sein scheinen als andersfarbige. In Tests seien Personen Bilder von fahrenden Fahrzeugen gezeigt worden, mit identischer Geräuschkulisse, aber in unterschiedlichen Farben. Dabei empfanden die Betrachter die roten Fahrzeuge stets lauter als die übrigen. Farbpsychologisch wirkt Rot aggressiv auf den Menschen. So folgert offenbar das Gehirn, dass das rote Auto mehr Dynamik besitzt.
Das Buch bietet übrigens nicht allein Wissenschaftliches, sondern auch nützliche Tipps - beispielsweise für die Feiertage. Folgt man den Ratschlägen des Lexikons, kann man diese sehr entspannt angehen: Viel Bewegung ist nicht nötig, auch auf dem Sofa ist Fithalten möglich. In einem Experiment gelang es Probanden, ihre Muskeln nur durch pure Gedankenarbeit wachsen zu lassen. Sie mussten sich jeden Tag eine Viertelstunde lang intensiv vorstellen, sie würden einen Arm gegen einen fiktiven Widerstand beugen. Und siehe da: Nach drei Monaten war der Bizeps um knapp 14 Prozent stärker geworden.
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