23.12.2010, 07:28 Uhr | DAPD
Frankfurt/Main (dapd-bwb). Die Erste Vorsitzende des Hebammen-Verbandes Baden-Württemberg, Ulrike Geppert-Orthofer, hat den Streik der Hebammen als "letzten Hilfeschrei" bezeichnet. "Wir haben viel Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren und hatten eine hohe Streikbeteiligung", sagte sie der "Frankfurter Rundschau". Die Reaktion der Krankenkassen sei allerdings "noch etwas verhalten". Geppert-Orthofer zufolge hätten die freiberuflichen Geburtshelferinnen wegen der schlechten Bezahlung nur eine kurze Verweildauer im Beruf von durchschnittlich "gerade mal vier Jahren". Daher gebe es in manchen Regionen, etwa im Raum Stuttgart, "einen regelrechten Hebammenmangel".
Von den Krankenkassen forderte Geppert-Orthofer "mehr Geld und eine Regelung, die so extrem hohe Kosten wie dieses Jahr die Erhöhung der Haftpflichtversicherung ausgleicht." Solche Ausgaben müssten bei der Vergütung mitberücksichtigt werden. Die Bundesregierung sollte dafür sorgen, dass die Hebammen-Vergütung angemessen um etwa 30 Prozent angehoben werden kann.
Unter anderem in Berlin, Sachsen und Thüringen hatten in den vergangenen Wochen Hebammen für ein höheres Einkommen die Arbeit niedergelegt. Zu den Gründen gehört die Anhebung der Berufshaftpflicht für Hebammen in den vergangenen Jahren von 1.300 Euro auf 3.700 Euro.
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