24.02.2010, 17:49 Uhr
"K.o.-Tropfen" sind farb- und geschmacklos und können deshalb unbemerkt in Getränke gemischt werden (Foto: dpa)Sogenannte Vergewaltigungs- drogen sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) weltweit auf dem Vormarsch. Der Gebrauch dieser Drogen breite sich derzeit schnell aus, warnt der Internationale Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen (INCB) in seinem jährlich veröffentlichten Weltdrogenbericht.
Während das Betäubungsmittel Rohypnol auf rechtmäßigem Weg vergleichsweise schwer zu bekommen sei, würden Stoffe wie das Narkosemittel GHB und das Lösungsmittel GBL - auch als "K.-o.-Tropfen" und "Liquid Ecstasy" bekannt - lockerer gehandelt.
Solche Tropfen werden häufig auf Partys ins Getränk eines potenziellen Opfers gemischt, das sich dann gegen sexuelle Übergriffe nicht mehr wehren und sich später auch kaum noch daran erinnern kann. Hersteller und Regierungen sollten deshalb dafür sorgen, dass die Mittel eingefärbt und mit Geschmacksstoffen versetzt würden, forderte das in Wien ansässige Fachgremium der UNO. Eine gründliche Aufklärungskampagne über die Gefahren sei dringend erforderlich. Dieses Phänomen sei relativ neu und nehme rapide zu, heißt es in einer Erklärung des INCB, das die Einhaltung der einschlägigen UN-Konventionen überwacht.
Auch verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Morphin, Kodein und Methadon hätten sich in den vergangenen Jahren ausgebreitet und seien in vielen Ländern zu einem "größeren Problem" geworden, stellte der Suchtstoffkontrollrat fest. In Ländern wie den Vereinigten Staaten gebe es mehr Menschen, die diese Suchtmittel nähmen, als Menschen, die Heroin, Kokain und Ecstasy nehmen. Allein im Jahr 2008 war dies hier bei 6,2 Millionen Menschen der Fall. In Teilen Europas sei davon auszugehen, dass 15 Prozent der Schüler Beruhigungsmittel ohne Rezept einnähmen, hieß es in dem INCB-Bericht. Schon ein einziger Missbrauch von Suchtstoffen könne aber "ernsthafte Folgen" haben.
Dem Bericht zufolge ist es vor allem wichtig, Drogenkurieren die Verbindungswege abzuschneiden. Ein großes Problem sei nach wie vor der Schmuggel von Kokain aus Lateinamerika über Westafrika nach Europa. Der größte Produzent von illegalen Drogen bleibe jedoch weiterhin Afghanistan.
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Quelle: AFP , dapd
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