"Hubble" gelang eine spektakuläre Aufnahme junger Sterne (Foto: dpa)Weihnachtsflair im Weltall: Rechtzeitig zum Fest der Liebe und des Glanzes haben US-Forscher eine Aufnahme hunderter blau strahlender Sterne veröffentlicht. Das mit dem Weltraumteleskop "Hubble" gemachte Bild zeige die "größte stellare Kinderstube" unserer galaktischen Nachbarschaft so detailliert wie nie zuvor, teilte das Space Telescope Science Institute in Baltimore mit.
Die Gruppe junger Sterne namens R136 sei erst wenige Millionen Jahre alt. Der Sternenhaufen gehört zum Nebel "30 Doradus" in der Großen Magellanschen Wolke, 170.000 Lichtjahre entfernt von der Erde.
Sterne funkeln wie Diamanten
Die Große und die Kleine Magellansche Wolke sind Nachbargalaxien unserer Milchstraße. Einige der wie Diamanten funkelnden Sterne auf dem Bild seien mehr als 100-mal so mächtig wie die Sonne, teilte das Institut weiter mit.#
Erst Anfang Dezember hatte "Hubble" Bilder von einigen der ältesten Galaxien gemacht, die bislang gesichtet wurden. Mit einer modernen Infrarot-Kamera, die Astronauten der US-Weltraumbehörde NASA im Mai installiert hatten, habe das Weltraumteleskop die "wahrscheinlich fernsten jemals gesehenen Galaxien" abgelichtet, erklärten britische Wissenschaftler, die die Aufnahmen ausgewertet hatten. Die Galaxien seien in der Frühzeit des Universums entstanden, weniger als eine Milliarde Jahre nach dem Urknall. "Wir können nun noch weiter in die Vergangenheit zurückblicken", schrieb Daniel Stark vom Institut für Astronomie der Universität Cambridge auf der Website der britischen Royal Astronomical Society.
Hochempfindliche Infrarot-Kamera
Die Ausdehnung des Universums führe dazu, dass das Licht von Sternen sehr weit entfernter Galaxien röter erscheine, erklärte der Astrophysiker Stephen Wilkins von der Universität Oxford. Daher könne die hochempfindliche neue Infrarot-Kamera von "Hubble" Galaxien in viel größeren Entfernungen abbilden als bisher möglich. Die Kamera hatte die Bilder in einem Gebiet des Weltalls gemacht, das die Forscher Ultra Deep Field ("ultratiefes Feld") nennen. Dort war "Hubble" bereits vor fünf Jahren im Einsatz gewesen, jedoch nicht mit solch einer modernen Kamera.