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36-Stunden-Lauf gegen Kinderkrankheit Noma
29.05.2009, 10:54 Uhr
Eine Puppen-Kampagne soll auf die Kinderkrankheit Noma aufmerksam machen (Foto: "Gegen Noma")
Jedes Jahr sterben in Afrika nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 80.000 bis 90.000 Kinder an Noma. Diese Krankheit zerfrisst das Gesicht des Befallenen, ohne rechtzeitige Behandlung führt sie zum Tod. Mit einem 160 Kilometer langen "Lauf der guten Hoffnung" von Pfronten im Allgäu nach München will der Verein "Gegen Noma e. V." am Samstag auf Noma aufmerksam machen und Spendengelder sammeln. Schirmherr der Aktion ist der Schauspieler Michael Mendl.
Noma ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in Entwicklungsländern, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent auftritt. Jedes Jahr erkranken laut WHO 100.000 Menschen daran - vor allem Kinder unter sechs Jahren. Die Krankheit wird auch "Gesicht der Armut" genannt, weil sie durch Unterernährung und mangelnde Hygiene ausgelöst wird.
Tödliche Krankheit
Noma entwickelt sich auf der Mundschleimhaut und zerfrisst von dort ausgehend Gewebe und Knochen des Gesichts. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit mit ausreichender Ernährung sowie einfacher Behandlung mit Antibiotika und Desinfektionsmitteln bekämpfen. Ohne Behandlung führt Noma in 70 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Bis ins späte Mittelalter war Noma auch in Europa verbreitet.
Puppen-Kampagne mit Michael Mendl als Schirmherr (Quelle: "Gegen Noma")
Verstümmelungen und Narben
Erkrankte Kinder werden wegen ihrer Verstümmelungen und Narben im Gesicht oft sozial aus der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt. Deshalb leben viele Kranke versteckt aus Angst vor Diskriminierung. Dies erschwert unter anderem die Früherkennung. Im fortgeschrittenen Stadium führt Noma zur totalen Blockade des Kiefers. Die Kinder können den Mund nicht mehr zum Essen öffnen und verhungern.
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Verein kämpft gegen Noma
Der Verein
"Gegen Noma e. V." wurde 2008 von der Firma "Edelweiß" und dem Allgäuer Bergsteiger Peter Melchin gegründet. In zahlreichen Aktionen will er die Kinderkrankheit in Deutschland bekannt machen und Spenden sammeln. So überquerte Melchin vergangenes Jahr in knapp acht Monaten die Alpen von Wien bis Monte Carlo, "Edelweiß" organisierte Informationskampagnen am Fuße der Alpen.
Der Verein "Gegen Noma" kämpft gegen die gefährliche Kinderkrankheit (Logo: "Gegen Noma")
Stiftung bildet Heiler vor Ort aus
Spendengelder leitet der Verein an die Stiftung "Winds of Hope" weiter. Diese bildet in Ländern wie Senegal, Burkina Faso, Mali, Benin und Niger mit Informations- und Ausbildungsprogrammen Heiler vor Ort aus, um Früherkennung und Behandlung von Noma zu verbessern. Seit November 2008 ist der Schauspieler Michael Mendl Schirmherr des Vereins.
36-Stunden-Lauf startet am Samstag
Bis zu 5000 Menschen will "Gegen Noma" mit seinem aktuellen Projekt zum Mitmachen motivieren. Der
"Lauf der guten Hoffnung 2009" soll am Samstag um 8 Uhr in Pfronten im Allgäu starten und nach rund 36 Stunden am Sonntagabend mit einer Pressekonferenz auf dem Dach des Münchner Olympiastadions enden. Die Tour umfasst etwa 160 km und passiert 13 Stationen in 13 Orten.
Spendenkonto: 139 440 01, BLZ 510 800 60, Dresdner Bank Wiesbaden