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"Extrem mieses Buch": Hitlers "Mein Kampf" am Kiosk?

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"Extrem mieses Buch": Hitlers "Mein Kampf" am Kiosk?

16.01.2012, 16:28 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mein Kampf»

«Mein Kampf» (Quelle: dpa)

München/Hamburg (dpa) - Skandal oder Aufklärung? Ein britischer Verleger plant die Veröffentlichung von kommentierten Auszügen aus Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf". Das bayerische Finanzministerium prüft juristische Schritte.

Der britische Verleger Peter McGee, der mit den "Zeitungszeugen" kommentierte Nachdrucke von Zeitungen aus der Nazi-Zeit auf den Markt bringt, will der Ausgabe vom 26. Januar und zwei folgenden Ausgaben jeweils eine 15-seitige Broschüre beilegen. McGees Sprecher Alexander Luckow, der selbst am "Zeitungszeugen"-Projekt mitarbeitet, bestätigte am Montag in Hamburg einen entsprechenden Bericht des "Spiegel". Das Bayerische Finanzministerium, das die Urheberrechte an "Mein Kampf" hält, kündigte am Montag an, juristische Schritte gegen das Vorhaben zu prüfen.

Die drei beigelegten Booklets beschäftigen sich thematisch mit der Autobiografie Hitlers, mit der Propaganda und seiner Ideologie. Sie sollen in einer Auflage von 100 000 Stück erscheinen. Auf der rechten Seite soll der Originaltext stehen, auf der linken der entsprechende Kommentar. Sollte sich "Mein Kampf" als Beilage in den "Zeitungszeugen" als Verkaufsschlager herausstellen, seien weitere Ausgaben mit kommentierten Auszügen möglich, sagte Luckow und betonte: "Die Sprache ist in weiten Teilen wirklich abstoßend."

Sein Chef McGee hatte dem "Spiegel" gesagt: ""Mein Kampf" ist ein extrem mieses Buch" und gefordert: "Es ist längst überfällig, dass eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Originaltext auseinanderzusetzen."

Im Jahr 2015 laufen die Urheberrechte an "Mein Kampf" aus, bis dahin liegen sie beim Bayerischen Finanzministerium. "Das Bayerische Finanzministerium prüft derzeit juristische Schritte, um gegen eine Veröffentlichung vorzugehen, die sich nicht im Rahmen der Kleinzitatsregelung nach Paragraf 51 Nr. 2 Urhebergesetz hält", hieß es in einer Mitteilung.

Auf die Zitatsregelung nämlich beziehen sich die Macher der "Zeitungszeugen". "Sie können aus historischen Dokumenten zitieren, ohne das Urheberrecht zu verletzen", betonte Luckow. "Das Urheberrecht bezieht sich auf die Veröffentlichung des Gesamtwerkes. Das nachzudrucken haben wir keinesfalls die Absicht."

Bereits im Jahr 2009 war Bayern gegen die Veröffentlichung der Nachdrucke von Nazi-Hetzblättern vor Gericht gezogen und hatte in zwei Instanzen verloren. Zuvor hatte das Finanzministerium im Januar 2009 die zweite Ausgabe der "Zeitungszeugen" beschlagnahmen lassen, der Nachdrucke der Nazi-Zeitungen "Völkischer Beobachter" und "Der Angriff" von 1933 beilagen.

"Unser Projekt ist fern des Verdachts, ein rechtsideologisches Produkt zu sein", betonte Luckow. In der "Zeitungszeugen"-Redaktion arbeiten unter anderem die renommierten Historiker Hans Mommsen und Sönke Neitzel sowie der emeritierte Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Wolfgang Benz, mit. Neben Nazi-Hetzblättern veröffentlicht die Redaktion auch andere Blätter aus der Zeit wie die SPD-Zeitung "Vorwärts".

Für die Zeit nach 2015 plant auch das Institut für Zeitgeschichte in München die Veröffentlichung einer kommentierten "Mein Kampf"-Ausgabe. 2010 haben die Arbeiten daran begonnen, die Historiker haben für das Projekt zwei bis vier Jahre angesetzt.


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Quelle: dpa

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Kommentare (3)

zum Forum

Thema: ""Extrem mieses Buch": Hitlers "Mein Kampf" am Kiosk?"

cat schrieb: am 16. Januar 2012 um 18:33:30
(8) (11) Wer möchte damit Geld verdienen?
Auch diese "Deutsche Geschichte" sollte nie in Vergessenheit geraten , aber für den Kiosk um die
Ecke nicht geeignet. Da möchte sich jemand eine goldene Nase verdienen mit einer ganz Dunkelbraunen Vergangenheit. Es gibt viele gute Bücher über diese Zeit, dieses Käseblatt braucht jedoch niemand.
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verworfene Kreatur schrieb: am 16. Januar 2012 um 18:18:03
(9) (7) A.H. hat bekanntlich...
...am ersten Weltkrieg teilgenommen. Dienstgradmäßig schaffte er es jedoch nur zum Gefreiten. Im Fernsehen kam vor
geraumer Zeit eine Dokumentation über A.H. und seine Zeit als Soldat im ersten Weltkrieg. Und da hieß es von seinen vorgesetzten Offiziere: "Wir erwogen, den Gefreiten Adolf Hitler zum Unteroffizier zu befördern, konnten aber keinerlei Führungsqualitäten an ihm erkennen!"
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Politicus schrieb: am 16. Januar 2012 um 16:56:47
(20) (11) Mein Kampf
Wenn die Kommentierung objektiv und nicht von Gutmenschen im Sinne der political Correctness beeinflusst ist, sollte man
Jugendlichen auch solche "Literatur" zugänglich machen - vielleicht im Geschichtsunterricht. Die Aussagen in diesem Buch sind eine wesentliche Basis zum Verständnis der Pläne Hitlers, die damals in diese unheilvolle Entwicklung führten.
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