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"Ein Idiot weniger"

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"Ein Idiot weniger"

09.02.2009, 09:07 Uhr

Die Darwin-Preisträger zeichnen sich durch außergewöhnliche Dummheit mit fatalen Folgen für sich selbst aus (Foto: imago) Die Darwin-Preisträger zeichnen sich durch außergewöhnliche Dummheit mit fatalen Folgen für sich selbst aus (Foto: imago)

Der Darwin-Preis gehört zu den nicht erstrebenswerten Auszeichnungen. Denn die Preisträger zeichnen sich durch außergewöhnliche Dummheit mit fatalen Folgen für sich selbst aus. Wie zum Beispiel der Mann, der mit einem Feuerzeug in einen Benzinkanister leuchten wollte. "Unsere Preisträger lassen sich nicht von schnöden Warnschildern vor der natürlichen Auslese bewahren", erklärte die Biologin Wendy Northcutt mit schwarzem Humor. "Gern haben wir zum Beispiel einen Preis verliehen an den zerstreuten Terroristen, der zu wenig Porto auf seine Briefbombe klebte und das zurückerhaltene Päckchen später selbst wieder öffnete."

Charles Darwin hat das Prinzip der natürlichen Auslese als Motor der Evolution erkannt: Die am besten an ihre Umwelt angepassten Individuen setzen sich durch und pflanzen sich fort, die anderen sterben aus. Die Gewinner des Darwin-Preises schaffen es, "sich auf derart blödsinnige Weise aus dem Genpool zu eliminieren, dass dadurch das langfristige Überleben der Art gesichert wird", erklärt Northcutt in ihrem Buch "Die Darwin Awards".

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Preisträger müssen erwachsen und zurechnungsfähig sein

Als Molekularbiologin an der Stanford University in Kalifornien hatte sie 1994 eine Website geschaffen, auf der eine rasch wachsende Fangemeinde Kandidaten für den neuen Preis präsentierte. Inzwischen hat die Wissenschaftlerin ihr Steckenpferd zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Die Preisträger müssen erwachsen und voll zurechnungsfähig sein sowie durch eigenes Verschulden auf haarsträubend dumme Weise aus dem Genpool der Menschheit ausscheiden. "Ein Idiot weniger!" lautet das sarkastische Motto.

Kein Futter für die Würgeschlange

Für preiswürdig befunden wurde zum Beispiel ein Mann, der an Neujahr 1996 im Zoo von Kalkutta einem Tiger Blütengirlanden um den Hals hängen wollte. Dass er dem unwilligen Tier einen Tritt gab, besiegelte sein Schicksal. Geehrt wurde auch ein New Yorker, der sich eine 3,60 Meter lange Würgeschlange als Haustier hielt, aber zu füttern vergaß. Ein Dieb wollte 1999 in England auf der Suche nach wertvollem Altmetall ein dickes Kupferkabel mit einem Bolzenschneider zerlegen. Er übersah, dass es sich um eine Starkstromleitung mit 11.000 Volt handelte.

Sparen am falschen Ende

Am falschen Ende sparte eine Fallschirmspringerin, die sich im Oktober 1999 im kalifornischen Yosemite-Nationalpark über alle Verbote hinwegsetzte und von einer 1.700 Meter hohen Granitwand sprang. Weil sie wusste, dass die Park-Ranger ihre Ausrüstung anschließend beschlagnahmen würden, lieh sie sich einen billigeren Ersatzschirm. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Ausrüstung befand sich die Reißleine aber nicht auf dem Rücken, sondern am Bein. Die Zeit, sich mit dem neuen Schirm vertraut zu machen, hatte sich die Frau nicht genommen.

Reparatur bei voller Fahrt

Den Preis zugesprochen bekam auch eine Berlinerin, die im Mai 2000 Fotos vom Stiertreiben im französischen Nimes machen wollte. Sie zog ein Absperrgitter weg und stellte sich mit der Kamera mitten auf die Straße, wo sie von sechs Stieren überrannt wurde. Ähnlich tollkühn zeigte sich ein 34-jähriger Amerikaner, der seinen Lastwagen in voller Fahrt reparieren wollte. Während sein Kollege das Steuer des Lkw auf dem Highway übernahm, kletterte er unter das Fahrzeug und suchte die Quelle eines seltsamen Geräuschs.

Zeugungsunfähige Überlebende werden auch geehrt

Im August 1999 wollte ein 42-jähriger Autofahrer die Sonnenfinsternis bei Kaiserslautern vom fahrenden Auto aus verfolgen. Um besser in die Sonne sehen zu können, setzte er sich noch eine Brille mit schwarz getönten Gläsern auf. Kurz darauf prallte er gegen einen Brückenpfeiler. Preise oder eine "Lobende Erwähnung" bekamen auch Überlebende, die zumindest die Vererbung ihrer Gene unmöglich machten. Zum Beispiel Männer, die mit Staubsaugern unbeschreibliche Spiele trieben.


Quelle: dapd

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