10.02.2012, 17:43 Uhr
Vladimir Milisavljevic (Mitte) wurde für den Djindjic-Mord bereits verurteilt. Zusammen mit den beiden anderen Verhafteten gehörte er zu den berüchtigten "Arkan-Tigern" (Quelle: dpa)
Neun Jahre nach der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat die spanische Polizei einen flüchtigen Tatbeteiligten festgenommen. Vladimir Milisavljevic wurde zusammen mit zwei weiteren Männern in einem Restaurant in Valencia gefasst. Milisavljevic war seit der Ermordung Djindjic' auf der Flucht. 2007 war er in Serbien in Abwesenheit zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Alle drei Verhafteten seien während der Balkankriege zu Beginn der 1990er Jahre Mitglieder der serbischen paramilitärischen Gruppe "Arkan-Tiger" gewesen, teilte die Polizei mit. Aus der Tiger-Miliz sei später die Zemun-Bande hervorgegangen, eine "serbische Mafia".
Laut Polizeiangaben handelt es sich beim zweiten Festgenommenen um Luka Bojovic, einen der Anführer der Gruppe, die hinter dem Mordanschlag auf Djindjic stecken soll. Allerdings stieg Bojovic erst nach der Tat in der Banden-Hierarchie auf. Ihm wird keine Mittäterschaft bei der Ermordung des Ministerpräsidenten zur Last gelegt.
Der 38-Jährige (Ganovenname "Bäcker") war seit 2010 auf der Flucht und wurde von Serbien mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll mehr als 20 Morde in Serbien, den Niederlanden und Spanien verübt haben. Der Clan agierte seit den 90er Jahren unter dem politischen Schutz des damaligen Autokraten Slobodan Milosevic in Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten als Staat im Staate. Mord, der groß angelegte Handel mit Menschen, Waffen und Drogen sowie Prostitution waren sein Tagesgeschäft.
Beim dritten Mann soll es sich um den Auftragsmörder Sinisa Petric handeln. Weitere Angaben machte die Polizei nicht. Das serbische Justizministerium teilte mit, es werde einen Auslieferungsantrag an die spanischen Behörden stellen.
Der Festnahme seien "mehr als 20 Monate Ermittlungsarbeit" in Spanien vorausgegangen, hieß es. Milisavljevic sei von den Kanarischen Inseln über Madrid nach Valencia gereist, um sich dort mit Bojovic und anderen Bandenmitgliedern zu treffen.
Djindjic war am 12. März 2003 vor dem Sitz der Regierung in Belgrad von einem Heckenschützen erschossen worden. Er war der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens nach dem Sturz von Slobodan Milosevic im Jahr 2000 und verfolgte eine entschiedene Reformpolitik, die sein Land dem Westen annähern sollte.
Als Hauptverantwortliche für den Mord waren 2007 Milorad "Legija" Ulemek als Drahtzieher und Zvezdan Jovanovic als Schütze zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt worden. Ihre Berufungsanträge waren im November 2009 vom Obersten Gerichtshof des Landes zurückgewiesen worden.
Quelle: dpa , dapd , AFP
Dragan schrieb:
am 10. Februar 2012 um 19:28:32
(2)
(1)
Djindjic
Die Täter und alle Beteiligten des Mordes an Djindjic sollten lebenslang hinter Gitter, da sie einen Mann ermordet haben, der sich
gegen u.a. die schlimmmsten Leute (Milosevic u.s.w.) gestellt hat die in Serbien an der Macht waren und z.B. Milosevic erfolgreich nach Den Haag (Kriegsverbrechertribunal) ausliefern konnte.
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