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"Die Taliban sind Sache der afghanischen Regierung"

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"Die Taliban sind Sache der afghanischen Regierung"

10.03.2009, 15:12 Uhr

Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung spricht in Afghanistan zu deutschen Soldaten (Foto: AP) Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung spricht in Afghanistan zu deutschen Soldaten (Foto: AP)

Die Entscheidung über mögliche Verhandlungen mit gemäßigten Taliban liegt nach den Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bei der afghanischen Regierung. Die Regierung von Präsident Hamid Karsai müsse bei Verhandlungen auch Sorge dafür tragen, dass sich eventuelle Taliban-Gesprächspartner von der Gewalt distanzierten, sagte Jung bei einem Truppenbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), äußerte sich skeptisch über Verhandlungen. Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban lehnte die von US-Präsident Barack Obama erwogenen Gespräche strikt ab.

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Schmidt: "Nicht mit weißlackierten Terroristen reden"

Schmidt sagte im ZDF-"Morgenmagazin" zur Andeutung von Obama, möglicherweise mit gemäßigten Taliban Kontakt aufnehmen zu wollen: "Ich weiß gar nicht, ob das wirklich ein Verhandlungsangebot war." Wichtig sei, "dass wir nicht mit weißlackierten Terroristen reden. Das können wir nicht, weil die Gefahr sowohl für die Soldaten als auch für die Bevölkerung sehr viel größer wird." Allenfalls könne man mit denjenigen in Afghanistan sprechen, die zwar konservativ und "extrem islamisch" seien, aber "den Gottesstaat nicht mit Gewalt umsetzen" wollten. "Aber da habe ich noch niemanden gesehen, den man als Ansprechpartner in der konkreten Situation gesucht hätte."

Taliban werden ihre Waffen "nie abgeben"

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte "Spiegel Online", Gesprächsangebote an die Aufständischen seien "sinnlos". Gemäßigte Taliban "gibt es nicht in Afghanistan". Es gebe nur eine Taliban-Bewegung, und diese sei nicht zu Verhandlungen bereit. "Unsere Kämpfer und Kommandanten gehorchen den Befehlen von Mullah Omar und werden nicht verhandeln." Gespräche mit der Kabuler Regierung könne es nur geben, wenn diese zuerst die Bedingungen der Taliban nach einem Abzug der internationalen Truppen erfülle. Er wies die Vorstellungen zurück, die Taliban könnten nach einem Deal ihre Waffen niederlegen. "Wir werden unsere Waffen nie abgeben."

Briten machten schlechte Erfahrung mit den gemäßigten Taliban

Jung hatte am Montagabend bei einem Zwischenstopp in Usbekistan betont, Verhandlungen mit Taliban sollte es nur mit zweifelsfrei gewaltlosen Gruppen geben. "Ich halte es für zwingend notwendig, dass es sich um Gruppierungen handelt, die sich eindeutig von Gewalt distanzieren." Die Briten hätten schlechte Erfahrungen gemacht mit ihrem Versuch, in Südafghanistan mit gemäßigten Taliban zu verhandeln: "Taliban haben dann Kinder und Lehrer in Schulen umgebracht, die Englisch lernten." Im Irak war es dem US-Militär zunächst ohne Einbindung der Regierung in Bagdad gelungen, einen Teil der sunnitischen Aufständischen für den Kampf gegen das Terrornetz Al-Kaida zu gewinnen. Die Lage stabilisierte sich daraufhin.

Flugfeld als wichtiger Impuls für die Wirtschaft

Jung sagte nach einem Besuch in der Polizeiakademie in Masar-i-Scharif, die Polizeiausbildung komme voran. Zuvor hatte er mit einem symbolischen Spatenstich den Bau einer neuen Start- und Landebahn in Masar-i-Scharif begonnen. Das Flugfeld am Feldlager der Bundeswehr sende einen "wichtigen Impuls für die Wirtschaft, aber auch für die Sicherheit Afghanistans" aus, sagte er zum Auftakt des 30 Millionen Euro teuren Projekts. Jung setzte seinen Besuch beim deutschen Wiederaufbauteam (PRT) in Feisabad fort. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, Jung werde am Mittwoch in Kabul ISAF-Kommandeur David McKiernan treffen. Am Mittwoch will Jung auch das PRT in Kundus besuchen.

Deutschland drittgrößter Truppensteller

Derzeit sind rund 3800 deutsche Soldaten im Einsatz für die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF. Deutschland ist nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller.

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Quelle: dpa

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