03.08.2011, 07:34 Uhr
Die ersten hochaufgelösten Bilder der NASA-Sonde "Dawn" vom Asteroiden Vesta sind in Berlin vorgestellt worden. Die Aufnahmen, die mit einem deutschen Kamerasystem gemacht wurden, zeigen einen Berg, Einschlagskrater sowie Gebiete mit Furchen und Aufwölbungen und vermitteln eine sehr gute Vorstellung von der Oberfläche des Asteroiden. Die Wissenschaft erhofft sich von den Daten neue Erkenntnisse über den Asteroiden selbst und die Entwicklung unseres Sonnensystems.
Vestas Oberfläche ist zweigeteilt: Die Nordhalbkugel ist von deutlich mehr Kratern übersät als die Südhalbkugel. Die Aufnahmen scheinen zudem die bisherige Annahme zu bestätigen, dass möglicherweise ein gewaltiger Einschlag einst einen riesigen Krater in Vestas Südhalbkugel gerissen hat, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung mitteilte. Die Sonnensystem-Wissenschaftler hatten das Kamerasystem entwickelt und gebaut, mit dem "Dawn" im September 2007 gestartet ist.
Krater gelten als Maß für das Alter der Oberfläche: Je älter diese ist, desto länger war sie dem "Bombardement" kleinerer Asteroiden und andere kosmischer Brocken ausgesetzt. Der Riesenkrater und eine Gruppe von drei übereinander liegenden tiefen Kratern auf der Nordhalbkugel, die wegen ihrer Gestalt "Snowman - Schneemann" genannt werde, bieten zudem die Möglichkeit, einen Blick in das Innere des Asteroiden zu werfen, das eine ähnliche Struktur wie heute die Erde aufweist, sagte der Leiter des "Dawn"-Kamerateams, Andreas Nathues.
Vesta befindet sich im sogenannten Asteroiden-Gürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde. Der Asteroid, der im Durchmesser 530 Kilometer misst, gilt als verbliebener Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Andere Protoplaneten haben sich nach und nach zu Planeten zusammengeballt oder sind durch heftige Zusammenstöße zerbrochen.
Ältere Bilder von Vesta hatte bereits das Weltraumteleskop "Hubble" aufgenommen. "Dawns" Kamerasystem soll nun erstmals Informationen über die mineralogische Zusammensetzung und die Beschaffenheit der Oberfläche Vestas liefern und das Erstellen topographischer Karten ermöglichen. "Die neuen Aufnahmen bieten einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Monaten erwartet", hieß es.
Nach vierjährigem Flug war Dawn am 16. Juli auf eine Vesta-Umlaufbahn in etwa 16.000 Kilometern Höhe eingeschwenkt. Das reicht aber noch nicht für die Erstellung hochpräziser 3D-Höhenmodelle aus. Im August soll die Bahn der Sonde deshalb bereits auf 2750 und später auf 200 Kilometer abgesenkt werden. Dann kann die eigentliche wissenschaftliche Arbeit beginnen, da dann Aufnahmen mit einer Auflösung von 15 Metern möglich werden.
Ein Jahr soll "Dawn" den Asteroiden begleiten. Danach soll die Raumsonde den Zwergplaneten Ceres beobachten. Die Ankunft dort ist für 2015 geplant.
Quelle: dpa , dapd
wenesn schrieb:
am 4. August 2011 um 09:19:55
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Mondlandung
@WachtamRheinbeiRhöndorf. Die Menscheit wegen der Mondlandung als Krone der Schöpfung zu titulieren halte ich für
übertrieben.Beeindruckender finde ich die Zielgenauigkeit der Missionen am Rande des Sonnensystems oder-wie hier-zu einem Himmelkörper mit extrem niedriger Schwerkraft.Wie leicht kann man da vorbeischießen.Zum Mond war e Reise in die Nachbarstadt, immer in Sichtweite. Was folgte entspricht mindestens dem Mut von Kolumbus nach Indien über die unbekannte Rückseite der Erde zu kommen.
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@wenesn schrieb:
am 3. August 2011 um 11:29:49
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"Neandertaler als Ideal"
Neulich stand in der SZ ein Artikel über den Neandertaler, der in Europa mit einer Popolation von nur
10.000 Exemplaren angeblich ca. 300.000 Jahre auf dem Globus lebte bis ihn der aus Afrika eingewanderte "homo sapiens" verdrängt hat. Ob die Menschheit einmal auf 500 Jahre Industriegeschichte zurückblicken kann, wurde bereits von einem unserer damaligen Professoren an der TH humortvoll in Frage gestellt ! Trotzdem hat der homo sapiens dann mehr geleistet als der langlebige Neandertaler
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WachtamRheinbeiRhöndorf schrieb:
am 3. August 2011 um 11:06:10
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Sonden
Das ist schon grandios. Das ist zwar nichts gegen die Mondlandung; das Ereignis, welches den Menschen als Krone der Schöpfung
ausgezeichnet hat und ihr (und Wernher von Braun) absolute Absolution für sonstige
Verfehlungen gegeben hat. Aber interplanetare Forschung ist grundlagenrelevant, relativ günstig, kann Spin-offs hervorbringen und ist auch vom Ottonormalhandwerker nachzuvollziehen, der sie ja auch mit seiner Schrauberei mitfinanziert.
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