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"Arctic Sea" Entführung: Raketen für Iran an Bord?

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Raketen für Iran an Bord?

07.09.2009, 09:06 Uhr

Der Fall "Arctic Sea" bleibt rätselhaft (Foto: dpa) Der Fall "Arctic Sea" bleibt rätselhaft (Foto: dpa)

Der vorübergehend entführte russische Frachter "Arctic Sea" hatte einem österreichischen Medienbericht zufolge hochmoderne Boden-Luft-Raketen für den Iran an Bord. Eine aus russischen Militärangehörigen bestehende Mafia-Gruppe habe mit dem Land eine entsprechende Vereinbarung getroffen, berichteten die "Salzburger Nachrichten".

Demnach wurden die Waffen vom Typ S-300 bei einer Reparatur des Schiffes in der russischen Exklave Kaliningrad an Bord gebracht. Der Jerusalem-Korrespondent des Blattes beruft sich dabei auf gut informierte israelische Quellen, die in engem Kontakt mit westlichen Geheimdiensten stünden.

Israel hatte Beweise

Dem Bericht zufolge entschied Russland, den Frachter zu stoppen, nachdem der Geheimdienst des Landes von einem westlichen Nachrichtendienst Informationen über die Vereinbarung zwischen dem Iran und der Mafia-Gruppe erhielt. Dies erkläre, warum die angeblichen Piraten bei dem Überfall auf das Schiff, das offiziellen Angaben zufolge nur Holz an Bord hatte, ein so großes Risiko eingegangen seien. Als Beleg für ihre Version der Ereignisse nannte die Zeitung außerdem einen Blitzbesuch des israelischen Präsidenten Schimon Peres am 19. August in Russland, wo dieser nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums Beweise für Waffenlieferungen des Iran und Syriens an die Hamas und die Hisbollah vorlegte.

Viele Ungereimtheiten

Die Zeitung führte darüber hinaus an, dass Russland nach der Befreiung des Frachters vor den Kapverden zwei große Transportflugzeuge dorthin geschickt habe, obwohl nur 14 Besatzungsmitglieder und acht mutmaßliche Entführer nach Moskau gebracht werden mussten.

Russischer Journalist tritt zurück

Der offenbar bedrohte russische Journalist und Schifffahrtsexperte Michail Woitenko ist derweil nach seiner Flucht ins Ausland von seinem Posten als Chefredakteur des russischen Marine-Newsletters "Sowfracht" zurückgetreten. Woitenkos Newsletter hatte Anfang August zuerst vom Verschwinden des russischen Frachters "Arctic Sea" berichtet. Der Chefredakteur warf Moskau vor, wichtige Informationen bewusst zurückzuhalten, und mutmaßte, dass die Fracht des Schiffes für mehrere Länder von Interesse sei. Nach Drohungen gegen ihn verließ er Russland. Sein früherer Arbeitgeber erklärte daraufhin, dass sich Woitenko zu einer Dienstreise in der Türkei aufhalte. Der Journalist widersprach dem. Seine Rücktrittsentscheidung stehe in Zusammenhang mit "widersprüchlichen Äußerungen zu seinem mysteriösen Verschwinden". Woitenko habe genug davon, "jeden anzulügen", hieß es in der Stellungnahme ohne Erklärung weiter.

Gerüchte halten sich hartnäckig

Die "Arctic Sea" war am 23. Juli aus Finnland nach Algerien aufgebrochen. Angeblich wurde sie von Piraten überfallen und verschwand spurlos. Die mysteriöse Fahrt endete am 17. August vor den Kapverden, wo ein russisches Kriegsschiff den Frachter aufbrachte. Seither halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach das Schiff Waffen an Bord hatte.


Quelle: dpa

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