06.03.2010, 16:20 Uhr | t-online.de
Ein Mitarbeiter des Rechtsmedizinischen Instituts München untersucht DNA-Speichelproben an Wattestäbchen (Foto: dpa)
Die als "Phantom von Heilbronn“ in die Kriminalgeschichte eingegangene Polizeipanne ist offenbar kein Einzelfall. Wie der "Spiegel" vorab berichtet, gibt es in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden mindestens sieben weitere Fälle, in denen genetische Fingerabdrücke vermeintlicher Verbrecher in Wirklichkeit von Polizisten stammen. Das Magazin beruft sich dabei auf einen internen Bericht der Behörde.
Spezialisten in Bund und Ländern hätten in den vergangenen Monaten insgesamt 74 sogenannte Spur-Spur-Serien überprüft, berichtet der "Spiegel". In diesen Fällen seien zwar mehrfach übereinstimmende DNA-Spuren sichergestellt worden, hätten aber keinem Kriminellen zugeordnet werden können. Weitere Prüfungen hätten ergeben, dass in Bayern, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Hessen Kriminaltechniker ihre DNA auf den untersuchten Gegenständen hinterlassen hatten.
Es habe sich "eindeutig bestätigt“, notierten die BKA-Experten laut "Spiegel", dass sich Verunreinigungen von Asservaten und Spuren durch Mitarbeiter "trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nie gänzlich ausschließen lassen“. Da es sich bei den überprüften DNA-Serien nur um einen kleinen Teil der in der BKA-Datenbank gespeicherten Fälle handele, sei nicht auszuschließen, dass dort "ein weiteres Dunkelfeld von Mitarbeiterkontaminationen besteht“.
Nach dem Mord an der 22 Jahre alten Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 in Heilbronn hatten die Ermittler anhand von DNA-Spuren nach einer Serientäterin gesucht, die es gar nicht gab. Im März 2009 stellte sich schließlich heraus, dass das an 40 verschiedenen Tatorten gefundene DNA-Material von einer Frau stammte, die die zur Spurensicherung eingesetzten Wattestäbchen der Polizei verpackt hatte.
Quelle: t-online.de
Sammy schrieb:
am 7. März 2010 um 12:25:36
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Phantom
Hi Nachdenker
Recht hast Du. Es wird in den Medien alles aufgeplustert !!! Es sollen Schlagzeilen bringen.
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Tscharly schrieb:
am 7. März 2010 um 11:25:52
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Phantom von Heilbronn
ungeheure Geldverschwendung, Dilettantismus. Ich kann nicht glauben dass wir in Deutschland sind im Land des
Kontrollwahns wohl aber an den falschen Stellen.
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r2d2 schrieb:
am 7. März 2010 um 10:50:28
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Maschinen
Es gibt eben keinen automatischen und endgültig sicheren Beweis. Auch die DNA-Analyse ist nicht mehr als ein be- oder entlastendes
Moment im Ermittlungsverfahren. Ich bin überzeugt, dass es zumindest in den USA bereits Todesurteile gibt, die auf verfälschten DNA-Befunden beruhen.
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